Deutsche Amokspur führt nach Ternitz. Jener Mann, der in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Deutschland bei einem Amoklauf, zehn Menschen erschossen hat, hat in seinem wirren Manifest auch Bezug zu einem Mann aus dem Bezirk Neunkirchen genommen. Dort habe er jedoch vergeblich um Hilfe gesucht.

Von Christian Feigl. Update am 20. Februar 2020 (19:13)
Mehrere Tote durch Schüsse in Hanau
APA (dpa)

Der 43-jährige Deutsche mordete offensichtlich aus rassistischen Gründen. In dem 24-seitigen Manifest, das er anfertigte, wimmelt es nur so von abstrusen Rassen- und Geheimdiensttheorien. Auch gab er an, seit Jahren überwacht zu werden.

Doch seine Anzeigen bei der Polizei seien ergebnislos geblieben. Aus diesem Grund sei ihn ein Mann aus Ternitz (der Name ist im Manifest festgehalten) genannt worden, bei dem er sich Hilfe holen sollte. ,,Das bestmögliche Ergebnis war, dass ein Privatermittler mir ein Institut in Österreich empfahl, an das ich mich wenden sollte. Doch auch dieser Herr schrieb mir ein paar Wochen später, dass er mir nicht weiterhelfen könne", heißt es in dem Manifest des Amokläufers. 

,,Ich habe in seiner ersten Mail gleich erkannt, dass er nicht alle Tassen im Schrank hat und ihm gar nicht zurückgeschrieben"

Der NÖN gelang es Kontakt zu dem Mann aufzunehmen: ,,Ich habe in seiner ersten Mail gleich erkannt, dass er nicht alle Tassen im Schrank hat und ihm gar nicht zurückgeschrieben. Allerdings hat er keine Ruhe gegeben und nicht locker gelassen. Ich habe ihm aber klar gemacht, dass ich ihm nicht helfen kann. Weil mir war von Anfang an klar, dass mit dem Mann gröber etwas nicht stimmt. So eine Tat hätte ich ihm allerdings natürlich nicht zugetraut, denn ich bekomme viele Mails von wirren Leuten."

Der letzte Mailkontakt stammt vom 6. Jänner. Dem Ternitzer ist es äußerst unangenehm, in dem Manifest genannt zu werden. ,,Ich bin nur froh, dass ich mich nicht näher auf die wirren Dinge und den Mann eingelassen habe!"