Palmers will moderner werden. Der Traditionswäschekonzern Palmers ist seit knapp einem Jahr wieder in österreichischer Hand und will mit 50 neuen Standorten und neuem Design punkten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. November 2016 (17:20)
NOEN, ROLAND SCHLAGER (APA)

Der neue Vorstand, das Brüdertrio Marc, Tino und Luca Wieser, will Palmers moderner und zu einem "lebendigen österreichischen Unternehmen mit einer starken Unternehmenskultur" machen. Dafür setzt man auf die Stärkung der Marke, einen besseren Online-Auftritt, mehr Design und 50 neue Standorte.

Zum Bilanzstichtag am 31.1. 2017 wird ein stabiler Umsatz von 70 Mio. Euro angepeilt. "Im Kernmarkt Österreich rechnen wir 2017 mit einem einstelligen Plus", so CFO Marc Wieser. Im benachbarten Ausland erwarte man ein 2-stelliges Plus. Mit dem Onlinehandel nehme man momentan erst 5 Prozent des Gesamtumsatzes ein, es gebe aber zweistellige Wachstumsraten. Im Ausland laufe das Geschäft in Kroatien besonders gut. "In unseren Expansionsplänen haben wir daher auch die an Österreich angrenzenden Länder im Fokus", so Wieser.

Momentan 730 Mitarbeiter

Der Ausbau des Geschäfts ist bereits voll im Gange: 2017 werden circa 50 neue Standorte in Österreich und den Nachbarländern eröffnet. Pro Standort und Verkaufsfläche beschäftige Palmers 4 bis 14 Mitarbeiter. Insgesamt hat Palmers 730 Mitarbeiter, davon 550 in Österreich.

Im kommenden Jahr soll kräftig an der Marketing-Schraube gedreht werden, der Fokus liege "auf der Revitalisierung der Kultmarke Palmers". Bei Branding und Logo soll es eine Rückkehr zum originalen Markendesign geben, auch die Palmers-Münze kommt hochwertiger und digital auslesbar wieder. Ab 2017 soll auch ein maßgeblicher Teil in Social Media und digitale Kommunikation fließen, Blogger sollen auch Jüngere zu Palmers locken.

Marke p2 soll ausgebaut werden

Mit "sehr modischen Kollektionen und Design-Highlights - die in der Vergangenheit seitens Palmers leider vernachlässigt wurden -", wolle man die "emotionale Spontankäuferin" gewinnen. Die hauseigenen Designer hätten "große Lust am Dessous inside-out-Trend", also Wäsche und Dessous als oder sogar über der Oberbekleidung. Kooperationen mit anderen Designern, wie im Vorjahr mit Lena Hoschek, seien aktuell nicht geplant. Man wolle bei Kooperationen eher in Richtung Kunst und Kultur gehen.

Jüngere Kunden möchte man auch mit der Marke p2 verstärkt ansprechen, die künftig deutlich profilierter auftreten soll. "Neben Accessoires und Kosmetik sind vor allem Trendprodukte im Sinne "must haves" der Saison in Planung", führte Wieser aus. Beim Vertrieb seien mehrere Optionen im Laufen, "die 2017 sichtbar werden". Bei Bipa, wo p2 aktuell zu haben ist, wird das Sortiment gerade mit minus 25 Prozent abverkauft.

Produktion im Inland stärken

Fast die Hälfte der Dessous und Co stamme aus Europa, davon ein maßgeblicher Teil aus Österreich. "Das werden wir erweitern und sind unter anderem im Ausbau einer hauseigenen Schnitt- und Musterwerkstätte, die auch einzelne Serien der Kollektion nähen wird", so Wieser. "Dass alles aus Asien kommen muss, ist längst nicht mehr der Fall", meinte Wieser. Zwar werde auch in Fernost produziert, jedoch achte man sehr darauf, dass alles in Ordnung ist und betreibe seit vielen Jahren ein eigenes Büro mit acht Fachleuten vor Ort.