Vier Tote durch Sturm "Xavier". Sturmtief "Xavier" hat im Norden Deutschlands vier Menschenleben gefordert. In Brandenburg starben zwei Menschen, nachdem ein Baum bzw. ein abgebrochener Ast auf ihr Auto gefallen war. Das gleiche Schicksal erlitten eine Frau im Hamburger Stadtteil Horn und ein Lkw-Lenker in Mecklenburg-Vorpommern. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen ein.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 05. Oktober 2017 (18:21)
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Ursache für die Bahnsperren - betroffen waren auch Fernverbindungen von und nach Berlin - waren auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehte Bäume, die einen durchgehenden Bahnverkehr unmöglich machten. Auf offener Strecke befindliche Züge versuchten, noch den nächsten Bahnhof zu erreichen.

Auch an den Berliner Flughäfen beeinträchtigt "Xavier" den Betrieb. Schönefeld und Tegel stellten am Donnerstag vorübergehend die Abfertigung ein. Passagiere in gelandeten Maschinen müssten aus Sicherheitsgründen vorerst in den Flugzeugen bleiben, sagte ein Flughafensprecher. Zum Abflug vorgesehene Maschinen würden an beiden Airports vorerst nicht mehr beladen. Es könne zu Verspätungen kommen, der Flugbetrieb sei aber damit nicht eingestellt, sagte der Sprecher.

Unterdessen hat die Hamburger Feuerwehr die Bevölkerung der Hansestadt aufgefordert, wegen des Sturms nicht hinauszugehen. "Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich", twitterte die Feuerwehr. Ein Sprecher sagte, die Feuerwehr sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt.

Es liefen Dutzende Notrufe ein, meldete die Feuerwehr per Twitter. In der Hansestadt wechselten sich seit dem Mittag immer wieder heftige Regenfälle und Stürme mit kurzen sonnigen Phasen ab.

In Wilhelmshaven hob "Xavier" einen rund 1.000 Tonnen schweren Hafenkran aus den Angeln und stürzte ihn ins Fahrwasser der Jade. Orkanböen der Stärke 12 hätten den auf Schienen laufenden Kran am Mittag angehoben, gedreht und umgekippt, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Donnerstag. Hafenarbeiter in der Nähe wurden nicht verletzt. Der Verladebetrieb für den Kohleumschlag an der Niedersachsenbrücke wurde vorsorglich eingestellt. Der Kran wurde völlig zerstört, mit den Schäden am Gleisbett wird der Gesamtschaden auf mehr als eine Million Euro geschätzt.