ÖSV-Skispringer mit Auftakt der enttäuschten Hoffnungen. Österreichs Skispringer waren ob der Weltcup-Ergebnisse nicht als Favoriten zu den Nordischen Weltmeisterschaften in Oberstdorf angereist. Nach gesteigerten Trainingsleistungen auf der kleinen Schattenberg-Schanze war freilich Hoffnung aufgekeimt, dass Stefan Kraft, Michael Hayböck oder Philipp Aschenwald in Richtung Medaillen schielen können. Nur Daniel Huber war abgefallen. Im Wettkampf klappte es dann aber nicht, fehlte auch bei manchen Sprüngen das Glück.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 27. Februar 2021 (20:44)
Michael Hayböck durfte nach Rang sieben noch am ehesten zufrieden sein
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Mit den Rängen sieben (Hayböck), zehn (Kraft) und zwölf (Aschenwald) und damit drei von vier Aktiven im ersten Dutzend hat die ÖSV-Crew im Vergleich zum Weltcup eigentlich gut abgeschnitten, doch bei Großereignissen zählen bekanntlich nur die Top 3. Hayböck durfte sich als Halbzeit-Neunter im Finale am meisten ausrechnen, hatte aber Pech. "Im ersten Durchgang war der Aufwind weg und beim zweiten Sprung war es wieder zäh genau in dem Moment mit den Windverhältnissen."

Kraft war am meisten zugetraut worden, in der Qualifikation hatte er mit Rang drei aufgezeigt und hielt diese Position bei optimalem Verlauf auch für den Wettkampf für möglich. "Es war nicht ganz zufriedenstellend", meinte der Salzburger nach der Konkurrenz. "Dass einer so richtig abgegangen wäre, war nicht dabei. Das werden wir uns in Ruhe anschauen, woran das gelegen hat. Nah dran, aber halt nicht ideal." Zumindest körperlich geht es dem 27-Jährigen aber gut, der Rücken spielt derzeit mit.

Mehr möglich gewesen wäre auch für Aschenwald gewesen. "Ich habe mich sehr gut gefühlt. Aber man muss den Absprung gut erwischen, den Schanzentisch hätte ich treffen müssen", ließ der Tiroler wissen. "Und das habe ich jetzt zweimal ein bisschen ins Leere gedrückt. Und vor allem auf der Kleinen, auf der man vom Impuls lebt, gehen dann ein, zwei Meter ab. Das ist das, warum ich dann Zwölfter werde." Auf der Oberstdorfer Großschanze fühle er sich aber sehr wohl, blickte er positiv voraus.

Huber wurde 19. und kam dabei noch besser zurecht als im Training. "Ich habe von der Position ein bisschen etwas verändert", erklärte der beste Österreicher im Gesamtweltcup. "Aber ich muss neidlos anerkennen, dass die anderen besser gesprungen sind. Die bringen einen Druck und können agieren in der Luft und ich halte nur die ganze Zeit. Da geht halt nichts weiter. Es ist zäh, wenn du so reinstartest und dich überhaupt nicht spürst und nur kämpfst und kämpfst und kämpfst."

ÖSV-Chefcoach Andreas Widhölzl bestätigte im ORF-Interview, dass der Ausgang ein Spiegelbild der Saison war. "Wir sind heuer extrem oft gebeutelt worden. Wir hatten einen guten Start, und haben zweimal eine Corona-Watsche gekriegt. Wir sind dann immer wieder aufgestanden, haben immer wieder gezeigt, dass wir gut springen können. Es ist nicht so einfach für die Athleten, in den Flow reinzukommen. Aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Es wird immer stabiler und immer besser."