Energie, Wohnen und Restaurants waren Preistreiber 2021

Aktualisiert am 20. Januar 2022 | 13:15
Lesezeit: 3 Min
Der wöchentliche Einkauf wurrde empfindlich teurer
Der wöchentliche Einkauf wurrde empfindlich teurer
Foto: APA/dpa-Zentralbild
2021 war ein teures Jahr. Im Vergleich zu 2020 legten die Preise um 2,8 Prozent zu, Preistreiber waren die Energie- und Treibstoffkosten, das Wohnen und Restaurants sowie Hotels. Preisdämpfend hat sich einmal mehr der Telekommunikationsbereich ausgewirkt. Für heuer erwartet Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas einen "gedämpften Preisanstieg" sowie steigende Einkommen durch den Facharbeitermangel.
Werbung

Die Teuerung in Österreich lag 2021 über dem EU-Schnitt von 2,6 Prozent, aber unter jenem von Deutschland mit 3,2 Prozent, was auch auf eine dortige Mehrwertsteuersenkung zuvor zurückzuführen sei. Im EU-Vergleich hätten sich in Österreich besonders die hohen Gastropreise ausgewirkt.

Ohne die stark gestiegenen Energie- und Treibstoffkosten wäre die Jahresinflation hierzulande bei 1,8 Prozent gelegen. So sind Nahrungsmittel nur bedingt teurer geworden, bei Fisch gab es sogar einen Preisrückgang. Dafür kostete das Schnitzel beim Wirten um 4,6 Prozent mehr, vegetarisch wurde es noch teurer (5,8 Prozent).

Gute Nachrichten hat Thomas für die Arbeitnehmer. Da die Bevölkerung nur mehr im Pensionsalter wächst, wird dies den Arbeitskräftemangel weiter verschärfen und sich somit lohnsteigernd auswirken. Auf die Inflation dämpfend auswirken könnten sich die nicht mehr so stark steigenden Ölpreise und die allgemeine Beruhigung der Märkte - falls sich die Pandemiesituation verbessert.

Der Anstieg des Verbraucherpreisindex (VPI) von 2,8 Prozent im Vorjahr war fast doppelt so hoch wie in den vergangenen zwei Jahren und lag auch merklich über den Werten der Jahre 2018 und 2017. Im Dezember 2021 betrug die Teuerung 4,3 Prozent. Richtig hohe Inflationsraten gab es in den 1970er-Jahren mit fast zehn Prozent 1974.

Die Preise für Verkehr stiegen 2021 durchschnittlich um 6,6 Prozent, nachdem sie im Jahr 2020 um 1,7 Prozent zurückgegangen waren. Ausschlaggebend dafür war die Preisentwicklung der Treibstoffe (plus 17,3 Prozent). Neue Autos kosteten um 3,2 Prozent mehr, die Werkstatt um vier Prozent.

Wohnung, Wasser, Energie verteuerte sich 2021 durchschnittlich um 3,6 Prozent. Hauptverantwortlich dafür waren Preisschübe bei der Haushaltsenergie (plus 7,7 Prozent) Dazu trug vor allem die Entwicklung der Heizölpreise bei (plus 21,3 Prozent), bei Gas lag das Plus bei 7,9 Prozent, bei Strom 7 Prozent und bei Festbrennstoffen bei 2,4 Prozent. Fernwärme-Nutzer durften sich freuen, hier betrug der Preisanstieg nur 1,2 Prozent. Die Mieten stiegen um zwei Prozent, nach einer deutlich stärkeren Erhöhung 2020.

In Restaurants und Hotels wurden die Preise durchschnittlich um 3,4 Prozent angehoben. "Die Preissteigerung der Kantinen hingegen entwickelte sich mit einem Anstieg von 1,8 Prozent vergleichsweise unauffällig", so die Statistiker. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 0,8 Prozent.

Zur "gefühlten" Inflation: Die Preise für den Miniwarenkorb (typischer wöchentlicher Einkauf inklusive Tanken) stiegen mehr als doppelt so stark wie jene des Mikrowarenkorbs (täglicher Einkauf).

Die Teuerung bei Tarifen und Gebühren waren mit 1,1 Prozent 2021 deutlich geringer als die allgemeine Inflation. Während die Spritkosten durch die Decke gingen, gab es im öffentlichen Verkehr gerade mal ein Plus von 1,1 Prozent.

Richtig hart hat es die Studentinnen und Studenten getroffen: Die Studiengebühr legte um 7,9 Prozent zu. Und auch für Alte und Pflegende war 2021 sehr teuer: Die Kosten für die Altenhilfe legten um 5,5 Prozent zu.