Schüsse bei US-Synagoge: Möglicherweise zweiter Schütze. Bei der "Tree-of-Life"-Synagoge in Pittsburgh sind mehrere Menschen erschossen worden. "Es gibt Tote", sagte ein Polizeisprecher am Samstag am Tatort vor Journalisten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 27. Oktober 2018 (19:00)
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Die Lage ist noch nicht völlig unter Kontrolle

Zur Zahl konnte er keine Angaben machen. Drei Polizisten seien angeschossen worden, ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Die Lage sei noch nicht unter Kontrolle, ein weiterer Schütze könne nicht völlig ausgeschlossen werden.

Die Stadtverwaltung Pittsburgh hatte zuvor Medienberichte bestätigt, wonach es zu Schüssen bei der Synagoge gekommen war. Der Sender Fox News sowie weitere US-Medien sprachen von mindestens vier Toten, insgesamt seien acht Menschen angeschossen worden. Darunter seien auch Polizisten. Andere Berichte lokaler Medien sprachen von bis zu acht Toten.

Die "Tree-of-Life"-Synagoge gilt als ein konservatives jüdisches Gotteshaus, das jedoch offen für Neuerungen sei, wie der Präsident der jüdischen Gemeinde im Großraum Pittsburgh, Jeff Finkelstein, am Ort des Geschehens sagte. Normalerweise finden sich dort Samstagfrüh rund 50 bis 60 Gläubige ein. Auch in anderen Gegenden der USA wurden sofort die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen erweitert.

In Squirrel Hill, wo die Synagoge steht, leben seinen Angaben zufolge rund 50 Prozent der im Großraum Pittsburgh ansässigen Juden. Finkelstein zeigte sich erschüttert: "So etwas sollte nicht passieren, nicht in einer Synagoge, nicht in unserem Viertel." Ein lokaler Fernsehsender hatte unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, der Schütze sei in die Synagoge gegangen und habe die Worte ausgesprochen: "Alle Juden müssen sterben."

Die Schüsse sollen im zweiten Obergeschoß des Gotteshauses gefallen sein. Ob es auch zu Schusswechseln außerhalb des Gebäudes kam, war unklar. US-Präsident Donald Trump rief die Menschen in der Gegend via Twitter dazu auf, Schutz zu suchen.

Fernsehbilder zeigten, wie im Viertel Squirrel Hill, einer Gegend, wo auch viele Menschen jüdischen Glaubens wohnen, ein großes Polizeiaufgebot auffuhr. Die Synagoge wurde umstellt. Menschen wurden von Feuerwehrleuten und Polizeibeamten in Sicherheit gebracht. Einzelheiten blieben zunächst völlig unklar.