Ältere Personen im Visier von "Kautions"-Betrügern. Aufgrund der Vielzahl der Fälle mit "Kautions"-Betrügern bittet die Wiener Polizei die Bevölkerung, ältere Personen zu informieren, die potenzielle Opfer dieser Betrugsform sind. Drei weitere solcher Fälle sind am Mittwoch bekannt geworden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 30. August 2018 (12:39)
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Symbolbild

Drei Fälle des Betrugs wurden am Mittwoch bekannt: Während eine Frau noch gewarnt werden konnte, zahlten zwei Frauen (72 bzw. 82-Jahre) die angebliche "Kaution", um Angehörige vor dem Gefängnis zu bewahren.

Seit dem Juni häuften sich die Fälle, bei denen sich die Täter am Telefon als Polizisten ausgeben und den Opfern mitteilen, dass eines ihrer Familienmitglieder einen Verkehrsunfall mit Verletzten verursacht hätte und nun eine hohe Geldsumme bezahlt werden müsse.

Bei den beiden Fällen am Mittwoch belief sich die Schadenssumme auf mehr als 130.000 Euro. Im dritten Fall wurde ein Taxifahrer stutzig, der wahrnahm, dass eine 75-Jährige per Handy mit einem Betrüger kommunizierte. Er klärte die Frau über die Betrugsmasche auf und verhinderte so, dass ein weiteres Delikt dieser Art verübt werden konnte.

Seit Juni registriert die Wiener Polizei betrügerische Anrufe dieser Art, auch in Oberösterreich und im Burgenland waren Täter schon am Werk. Es wurde daher erneut ersucht, eventuell gefährdete - insbesondere betagte - Personen im Verwandten- und Bekanntenkreis auf derartige Trickbetrügereien hinzuweisen bzw. sie über die richtige Vorgehensweise in solchen Fällen zu informieren.

Zur Prävention wird geraten, Telefonate, bei denen Geldleistungen gefordert werden, sofort abzubrechen. Weder sollen sich Betroffene auf Diskussionen einlassen, noch auf Forderungen eingehen. Wenn sich jemand als Polizist ausgibt: im Zweifelsfall immer Dienstausweise zeigen lassen. Die scheinbar betroffenen Verwandten gilt es zu kontaktieren, um die Echtheit eines vermeintlichen Vorfalls nachzuprüfen. In Haus oder Wohnung sollten keine unbekannten Personen gelassen werden. Ist es zu einem Betrug gekommen, sind alle Informationen zum Täter (wie Aussehen, Kleidung, Sprache, Autokennzeichen, Autofarbe etc.) wichtig. Umgehend solle Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle erstattet werden.

Laut Vincenz Kriegs-Au vom Bundeskriminalamt (BK) gehört diese neue Masche in den Deliktbereich des "Vorauszahlungsbetrugs", zu dem auch der Neffentrick zählt, bei dem ebenfalls ältere Personen die Zielgruppe der Täter waren. Er rät Betroffenen im Falle des Falles die Telefonnummer der jeweiligen Polizeidienststelle anzurufen, umso zu prüfen, ob ein angeblicher Polizist tatsächlich dort arbeitet. Grundsätzlich gilt: "Vonseiten der Polizei wird niemals Geld per Telefon gefordert."

(S E R V I C E - Präventionstipps des Bundeskriminalamts zu Betrugsformen: http://go.apa.at/sb6Mgq21)