Mattersburger Alko-Lenker flüchtete über Lärmschutzwand. Nach einem Auffahrunfall auf der S33 bei Grafenwörth kletterte der 32-jährige Fahrer über die Mauer. Bei der Flucht dürfte er schwer verletzt worden sein.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 27. Mai 2020 (06:02)
Nach einem Auffahrunfall flüchtete ein 32-jähriger Lenker. Er kletterte über die Lärmschutzwand und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Der Fahrer hatte keinen gültigen Führerschein und war vermutlich alkoholisiert.
FF Grafenwörth

„Wir müssen mit allem rechnen und waren daher auch auf diese Situation vorbereitet“, fasst Einsatzleiter Friedrich Ploiner jun. den Verkehrsunfall montagnachts, 25. Mai, zusammen. Kurz vor Mitternacht wurden der Kommandant und sein Team zur S33 gerufen – der Einsatz nahm rasch eine dramatische Wendung ( wir hatten auch am Dienstag berichtet, siehe hier ).

Zunächst sah für die Einsatzkräfte alles nach Routine aus: Auffahrunfall auf der Schnellstraße Richtung St. Pölten. Ein 32-jähriger Lenker eines Luxusautos aus dem Bezirk Mattersburg war mit dem Anhänger eines Pkw-Transporters kollidiert.

Während der 30-jährige Fahrer des Klein-Lkw die Unfallstelle absicherte und die Einsatzkräfte alarmierte, flüchtete der 32-Jährige, indem er über die Lärmschutzwand kletterte. Am Unfallort angekommen, fanden die Ersthelfer zwei demolierte Fahrzeuge vor – aber nur einen Fahrer.

Einsatzkräfte fanden Verletzten im Feld

Bei dem Aufprall hinter der Lärmschutzwand dürfte sich der Mattersburger schwere Verletzungen zugezogen haben, er rief um Hilfe. Die FF Grafenwörth konnte den Lenker in einem Feld unterhalb einer Böschung lokalisieren. Sofort begaben sich Feuerwehrleute zum Verletzten, um diesen zu betreuen.

Mithilfe eines ortskundigen Feuerwehrmitglieds war es rasch möglich, ein Rettungsfahrzeug über die verzweigten Feldwege zur Unfallstelle zu lotsen. Der Verletzte wurde in die Uniklinik Krems gebracht. Die Polizei vermutet, dass der 32-Jährige alkoholisiert war, er hatte außerdem keinen gültigen Führerschein.

Die anschließende Fahrzeugbergung erwies sich für die FF Grafenwörth auch als außergewöhnlich: Der Klein-Lkw und die transportierten Pkw konnten ihre Fahrt fortsetzen, der Anhänger, mit einer stolzen Länge von zehn Metern, war jedoch schwer beschädigt und wurde von der Feuerwehr per Ladekran weggebracht, das Luxusauto wurde ebenso abtransportiert. Gegen drei Uhr war der Einsatz erfolgreich beendet.