Ansturm auf Corona-Gratistests in Apotheken. Knapp über 500 Apotheken offerieren seit Montag die Durchführung kostenloser Antigen-Schnelltests. Das Angebot wurde überaus gut angenommen, vor etlichen Apotheken bildeten sich Warteschlangen. "Unsere Termine sind auf drei Wochen ausgebucht", berichtete etwa ein Apotheker aus Wien-Donaustadt. Auch andere Testmöglichkeiten verzeichneten regen Zustrom. Seit Montag ist ein aktueller, negativer Coronatest für Friseurtermine und andere körpernahe Dienstleistungen verpflichtend.

Von APA / BVZ.at. Update am 08. Februar 2021 (15:47)
Bisher 444 Standorte österreichweit
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"Es geht ziemlich rund", bestätigte ein Sprecher der Apothekerkammer auf APA-Anfrage eine "extreme Nachfrage". Das Pilotprojekt, das zeitgleich mit Lockerungsschritten der Corona-Maßnahmen startete, wird nun schrittweise erweitert. Bisher beteiligt sich rund jede dritte der österreichweit 1.400 Apotheken. Die Liste ist unter www.apothekerkammer.at abrufbar. Am Montag war der Ansturm so groß, dass die Internetseite zeitweise überlastet war.

Bei den Wiener Testzentren wurde ebenfalls ein regelrechter Run auf einzelne Stationen registriert. Schon am Sonntag waren zum Teil alle Termine gebucht gewesen. Am Montag zeige sich ein ähnliches Bild: Die "Drive-Ins" im Austria Center und in Schönbrunn waren voll, wie das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) der APA mitteilte. Wer zu Fuß kam, hatte zumindest im Austria Center, in der Orangerie in Schönbrunn und in Alt Erlaa nur mehr relativ wenig Auswahl, da die Auslastung dort mehr als 80 Prozent betrug. Ein wenig geringer war der Andrang zunächst in der Stadthalle oder beim Happel-Stadion.

Angesichts des Testbooms wurden die Kapazitäten erweitert. Im Schloss Schönbrunn wurden über Nacht drei neue "Walk-Ins" aufgebaut. Statt 2.250 sind dort nun 4.500 Untersuchung pro Tag möglich. Die Gesamtauslastung aller Wiener Teststationen betrug insgesamt 79,2 Prozent. Für die kommenden Tage wurde eine Entspannung der Situation erwartet. Schon für Dienstag wurde zunächst nur mehr eine Auslastung von knapp über 50 Prozent gemeldet.

Die Angebote der Apotheken seien ausgebucht, bei den Teststraßen gebe es lange Wartezeiten, kritisierte indes Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ). Die Landesregierung müsse für weitere Testmöglichkeiten sorgen. Die Ärztekammer für Niederösterreich forderte, dass der Bund die Kosten für Antigen-Tests wie in Apotheken auch bei Ärzten übernehmen müsse.

Auf den "massiven Ausbau" der Testmöglichkeiten wies Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hin. Kostenlos testen sei neben den mehr als 400 Teststraßen der Bundesländer und Gemeinden (Anmeldung und Information: www.oesterreich.gv.at) sowie in Apotheken künftig auch in Betrieben möglich. Bis 22. Februar werde das Angebot in den Apotheken noch "massiv verstärkt". Ab 15. Februar gibt es für Antigen- oder PCR-Testungen in Betrieben einen Kostenersatz von zehn Euro pro durchgeführtem Test. Auch betriebsfremde Personen wie Angehörige, Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umliegender Betriebe können teilnehmen. Die Förderung kann auch für sie beantragt werden.