Leiner schließt Standort in Wiener Neustadt. Horror-Nachricht für die Leiner-Belegschaft am Donnerstagabend: Der Standort in Wiener Neustadt (zwei Möbelhäuser in der Bahngasse) soll geschlossen werden.

Von Mathias Schranz. Update am 17. August 2018 (10:32)
Baldauf
Die Leiner-Filiale in der Bahngasse.

Betroffen sind rund 85 Mitarbeiter, erst im Juni hatte der Wiener Neustädter Georg Wöhrer den Traditions-Standort in der Innenstadt übernommen. Insgesamt gehen rund 1.100 Arbeitsplätze  in Österreich verloren. Geschlossen werden auch Standorte in Vösendorf, Innsbruck und Spital an der Drau.

NÖ-SPÖ Klubobmann und SPÖ-Bezirksvorsitzender Reinhard Hundsmüller meint in einer Aussendung: „Rudolf Leiner hat seine Firma Leiner Zug um Zug zu einer Möbelkette ausgebaut, die vielen Wiener NeustädterInnen Arbeitsplätze geboten hat. Noch im Juni haben Kurz und Strache stolz verkündet, veritablen Anteil am Weiterbestand zu haben. Ich bin gespannt, was die beiden Herren jenen MitarbeiterInnen zu sagen haben, die heute arbeitslos gemeldet wurden.“

Hundsmüller sieht die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit Ländern, AMS und Wirtschafts-, Arbeiterkammer und Gewerkschaft in der Verantwortung, um Lösungen zu erarbeiten. „Abfederung für die zahlreichen Schicksale betroffener MitarbeiterInnen muss hergestellt werden. Außerdem muss es nun zentrales Anliegen sein, den Menschen umgehend eine Perspektive zu geben und diese rasch wieder zu vermitteln“, so Hundsmüller abschließend.

Statements

Bürgermeister Klaus Schneeberger: "Das Möbelhaus Leiner war eine Institution in Wiener Neustadt und immer ein Vorzeige-Standort der Familie Leiner-Koch. Die Schließung ist natürlich ein schwerer Schlag - vor allem für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum Teil seit Jahren oder gar Jahrzehnten hier beschäftigt waren. Für sie müssen wir alles unternehmen, um sie zu unterstützen. Was die weitere Entwicklung des Standortes betrifft, bin ich bereits seit 14 Tagen in Gesprächen mit der Signa-Gruppe von René Benko, um hier gemeinsam eine Lösung zu finden. Leiner war ein sehr wichtiger Betrieb für unsere Innenstadt. Gerade durch die Nähe zu den Kasematten, dem Herz der bevorstehenden NÖ Landesausstellung, muss es unser aller Bestreben sein, hier rasch zukunftsträchtige Lösungen zu finden. Wir als Stadt haben bereits 2017 unseren Beitrag geleistet, als wir das ehemalige Leiner-Haus 3 übernommen und zur Stadtpark Garage umgebaut haben."

Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und Arbeitsmarktlandesrat Martin Eichtinger: „Ein herber Schlag für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich und vor allem für die hunderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kika/Leiner-Gruppe“

Landesrat Martin Eichtinger: „Jetzt ist es wichtig, dass wir die Betroffenen nicht im Stich lassen. Daher haben wir mit dem Eigentümer Kontakt aufgenommen. Ziel muss es sein, dass es für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer annehmbare Lösungen gibt. Wir stehen im Rahmen unserer Möglichkeiten bereit“

Landesrätin Petra Bohuslav: „Wir wissen, dass ein langer Leerstand von großen Flächen schlecht für die gesamte Umgebung ist. Daher habe ich die Expertise durch unsere Wirtschaftsagentur ecoplus angeboten. Wichtig ist, dass es zu keinen größeren negativen Auswirklungen für die jeweiligen Standorte kommt.“

Stadtparteichefin der Grünen, Tanja Windbüchler-Souschill: "Mit großem Bedauern, musste aus den Medien entnommen werden, dass das Immobiliengeschäft Leiner in der Bahngasse seine Pforten schließen wird. Der Konzern rund um Rene Benkö wird anscheinend die Kika-Filiale in der Stadionstraße behalten, den Leiner in der Bahngasse aber schließen. Das ist eine sehr traurige Entwicklung für die ArbeitnehmerInnen, für die Innenstadt und für die Landesausstellung in Wiener Neustadt. 
Die Grünen fordern somit, raschest auf oberster Ebene in Gespräche einzutreten und zu versuchen, den Standort in der Bahngasse zu erhalten. Falls dies für das Immobilienkonsortium nicht mehr in Frage kommt, ist für die MitarbeiterInnen ein nachhaltiger Sozialplan erforderlich.
Für den Standort in der Bahngasse muss auf jeden Fall geklärt werden, was denn mit der Immobilie und mit dem Grundstück passieren soll. Hier braucht es die Einbindung in den Stadtentwicklungsplan. Direkt in der Innenstadt gelegen, neben dem Stadtpark, ist das Grundstück naturgemäß lukrativ. Hier muss sich die Stadt einmischen. Außerdem soll der Gemeinderat regelmäßig über die Entwicklungen und Pläne informiert werden.
Die Grünen hoffen darauf, dass der Standort nicht sofort geschlossen wird, denn auch während der Landesausstellung wäre ein so großes leerstehendes Gebäude kein positives Aushängeschild für Wiener Neustadt."