28.000 unterzeichneten Petition. 28.000 Österreicher haben eine Petition für einen verbindlichen Schutz alpiner Freiräume unterzeichnet. WWF, Alpenverein und Naturfreunde schlossen sich 2018 zur "Allianz für die Seele der Alpen" zusammen, um der zunehmenden Verbauung Grenzen zu setzen. Wann die Petition der zuständigen Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) übergeben werden soll, steht noch nicht fest.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 04. Februar 2019 (14:08)
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Petition fordert von Köstinger Maßnahmen

Von Juni 2018 bis Jänner 2019 unterzeichneten insgesamt 28.114 Personen das Begehren. Unter ihnen fanden sich auch prominente Unterstützer wie die Alpinisten Peter Habeler und David Lama oder auch Hansi Hinterseer. In der Petition wird Köstinger gefordert, großtechnische Erschließungen der Alpen zu begrenzen. Nur mehr sieben Prozent der österreichischen Landschaft waren laut den Organisatoren 2017 weitgehend unerschlossen und naturbelassen. Drei Fünftel dieser letzten alpinen Freiräume sind nicht vor großtechnischer Erschließung geschützt, hieß es in einer Aussendung am Montag.

Köstinger ist derzeit Vorsitzende der Alpenkonvention, einem völkerrechtlichen Übereinkommen zum Schutz der Alpen. Die Konvention sieht unter anderem die Einrichtung von Ruhegebieten vor, in denen auf touristische und energiewirtschaftliche Erschließungen verzichtet wird. "Österreichs Präsidentschaft in der Alpenkonvention läuft noch bis April. Bis dahin sollte die Umweltministerin ein klares Bekenntnis abgeben, dass sie auf der Seite des Alpenschutzes steht und nicht auf der Seite jener, die auch noch die letzten Naturjuwele zubetonieren wollen", forderte Hanna Simons, Leiterin Naturschutz beim WWF. "Die rücksichtslose Verbauung der Alpen zerstört immer mehr unberührte Naturräume, erhöht die Verkehrsbelastung in den Tälern und gefährdet Wildtiere wie den Steinbock oder das Murmeltier."

Österreich ist in puncto Flächenverbrauch mit einer täglichen Neuverbauung von 18 Fußballfeldern an der europäischen Spitze, hieß es in der Aussendung. Tourismus und Energiewirtschaft fördern diese Entwicklung. "Schon heute sind wertvollste alpine Freiräume durch Bauprojekte mit teils unglaublichen Ausmaßen bedroht, etwa der Kraftwerksausbau Kaunertal oder die Skiverbindung Pitztal-Ötztal in den Ötztaler Alpen. Als österreichische Umweltministerin müssen Sie für die politische Willensbildung sorgen, dass die letzten alpinen Freiräume kein Platz für solch zerstörerische Bauprojekte sein dürfen", forderte Günter Abraham, Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde Österreich.