Lawine verschüttete Gebäude in Wintersportort. Heftiger Schneefall hat in mehreren Alpenregionen das öffentliche Leben teilweise lahmgelegt. In Zermatt im Südosten der Schweiz waren etwa 13.000 Touristen vom Schnee eingeschlossen. Im italienischen Wintersportort Sestriere verschüttete eine Lawine ein Wohngebäude. In Teilen der französischen Alpen gilt nach bis zu zwei Metern Neuschnee eine erhöhte Lawinenwarnstufe.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 09. Januar 2018 (15:05)
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An- und Abreisen sind in Zermatt derzeit nicht möglich

In Sestriere fiel binnen 48 Stunden mehr als zwei Meter Neuschnee. In der Nacht auf Dienstag traf dort eine Lawine ein fünfstöckiges Apartmentgebäude nahe der Ski-Station und hinterließ Schneemassen in einigen Wohnungen. Von den 29 Menschen, die sich dort aufhielten, wurde niemand verletzt.

Die Lawinengefahr in zahlreichen Alpenmassiven an der französisch-italienischen Grenze erreichte ein neues Höchstniveau. In Italien waren deswegen zahlreiche Straßen gesperrt. Am Dienstag waren laut italienischen Medien etwa 5.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

In der beliebten Skiregion Zermatt im Schweizer Kanton Wallis waren nach Angaben der Tourismus-Marketing-Leiterin Janine Imesch derzeit 13.000 Touristen eingeschneit. "An- und Abreisen sind im Moment nicht möglich", sagte sie. Auch könne es zu Stromausfällen in der Gemeinde kommen, in der etwa 5.500 Menschen leben. Im Kanton Wallis gilt die höchste Lawinenwarnstufe. "Man kann weder Skifahren noch Ausflüge machen", sagte Imesch. Es sei aber ruhig und "ein bisschen romantisch".

Dem französischen Wetterdienst zufolge sind die intensiven Schneefälle ein Ausnahmephänomen, das sich nur "einmal in 30 Jahren" ereignet. Grund für die Schneemassen sei die hohe Luftfeuchtigkeit in der italienischen Po-Ebene. Erreicht die feuchte Luft die Alpen, kondensiert sie und fällt als Schnee herab.