Rene Benko will "Multichannel-Anbieter" sein . Rene Benko steigt bei der "Krone" und dem "Kurier" ein - Deal mischt Dynamik in der Gesellschafterstruktur auf.

Von Martin Möser. Erstellt am 12. November 2018 (13:29)
APA/Pfarrhofer
Rene Benko

Rene Benko, Gründer der Signa-Holding, steigt bei der „Kronen Zeitung“ und der „Kurier“ Beteiligungsgesellschaft ein. Grund dafür ist seine Strategie, "einer der führenden Multichannel-Anbieter in Europa zu werden". Es handelt sich um sein erstes Medieninvestment.

Funke-Geschäftsführer Michael Wüller sah in Signa einen "starken Partner für unsere verlegerischen Aktivitäten in Österreich". Beide strichen in der gemeinsamen Aussendung die Herausforderung für die Branche durch die Digitalisierung hervor. Diese löse "die Grenzen zwischen traditionellen Geschäftsmodellen auf", erklärte Benko. Sein Knowhow "in der Transformation starker Marken" werde er in die Partnerschaft einbringen.

Die Funke-Gruppe ist seit 1987 bei der "Kronen Zeitung" an Bord, seit 1988 beim "Kurier" - damals firmierte der Konzern noch als Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Die Fifty-Fifty-Konstellation beim mächtigen Kleinformat ist nicht unproblematisch. Seit Jahren schwelt ein Gesellschafterkonflikt, der immer wieder vor Schiedsgerichten endet. Gerüchte über einen Verkauf der Funke-Anteile machen regelmäßig die Runde.

In diesem unharmonischen Gleichgewicht könnte der Signa-Deal eine neue Dynamik schaffen. Auffällig ist dabei auch, dass er publik wird, kurz nachdem das Erbe von "Krone"-Gründer Hand Dichand geregelt wurde - acht Jahre nach seinem Tod. Seit Ende September halten Helga Dichand und ihre drei Kinder Michael, Johanna und Christoph den 50-Prozent-Anteil Dichands an der "Krone" zu gleichen Teilen, somit zu je 12,5 Prozent.