Paris holte Super-G-Gold - Silber an Kriechmayr. Im zweiten Rennen der alpinen Ski-WM in Aare gab es für Österreich die erste Medaille zu feiern.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 06. Februar 2019 (13:43)
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Kriechmayr kam mit dem schweren Lauf gut zurecht

Nach der Pleite der Damen am Vortag holte sich Vincent Kriechmayr am Mittwoch im Herren-Super-G Silber. Der 27-jährige Oberösterreicher musste sich ex-aequo mit dem Franzosen Johan Clarey nur dem Südtiroler Dominik Paris um 0,09 Sekunden geschlagen geben.

"Es war oben gut und unten gut. Der Mittelteil war nicht so, wie ich es mir vorgenommen habe. Mich wurmt es, dass ich den Mittelteil nicht gut gefahren bin. Aber heute musste man riskieren, die Sicht war nicht leicht", erklärte Kriechmayr im ORF-Interview. Die Freude über seine erste Medaille bei einem Großereignis war aber ungetrübt. "Als ich gesehen habe, wie die Sonne herauskommt, habe ich schon noch g'scheit geschwitzt. Ich freu mich irrsinnig", sagte Kriechmayr.

Geschlagen geben musste er sich nur Paris, der seit Jahresende mit dem Doppelsieger in Bormio und dem Triumph in der Abfahrt von Kitzbühel in den Speed-Bewerben überzeugt hat. Der 29-Jährige bejubelte in 1:24,20 Minuten seine zweite Medaille bei Großereignissen nach WM-Silber in der Abfahrt von Schladming 2013. "Ein großartiger Tag. Mir fehlen momentan ein bisschen die Worte", meinte Paris.

Hinter dem Südtiroler freute sich auch Clarey über Platz zwei, womit er mit 38 Jahren und 29 Tagen zum ältesten WM-Medaillengewinner der Geschichte wurde. "Das ist eine wirklich große Überraschung für mich", sagte der Franzose. "Ich habe gar nicht gewusst, dass ich der älteste Medaillengewinner bin, aber das ist völlig okay für mich."

Aus rot-weiß-roter Sicht klaffte hinter Kriechmayr ein großes Loch. WM-Debütant Daniel Danklmaier landete mit 1,08 Sekunden Rückstand um Rang 20. Der Kärntner Olympiasieger Matthias Mayer schied kurz nach der zweiten Zwischenzeit auf Medaillenkurs liegend aus, auch Routinier Hannes Reichelt verpasste ein Tor. "Es zipft mich brutal an. Es wäre sicherlich alles drinnen gewesen. Der Speed war super, das Material war super", ärgerte sich Mayer. "Ich bin ein bisschen zu direkt reingefahren. Ich habe vorher im Fernsehen gesehen, dass alle eigentlich zu rund sind. Es ist sich aber leider nicht ausgegangen", beschrieb der Olympiasieger seinen Ausfall.

Reichelt analysierte ebenfalls enttäuscht: "In der Traverse bin ich ein bisschen zu tief geworden, danach wollte ich alles riskieren. Es (das Aus) war eher die Folgeerscheinung von oben, dass ich mehr riskiert habe, als möglich gewesen ist."