Für Gut-Behrami hat das lange Warten auf Gold ein Ende. Für Lara Gut-Behrami hat das Warten auf WM-Gold ein Ende gefunden. Als haushohe Favoritin gestartet, landete die mit einem Fußballer verheiratete Schweizerin in Cortina d'Ampezzo vor Landsfrau Corinne Suter einen "Pflichtsieg" im Super-G und holte sich so mit 29 Jahren ihr erster Goldmedaille überhaupt. Dass es dank Corinne Suter auf Platz zwei gleich ein Doppelsieg für die Eidgenossinnen wurde, rundete den eindrucksvollen Erfolg ab.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 11. Februar 2021 (14:58)
Lara Gut-Behrami gewann in Cortina erstmals Gold
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Drei Mal war Gut-Behrami bei Weltmeisterschaften schon Zweite sowie zwei Mal Dritte geworden. Auch bei Olympia in Sotschi war sie 2014 als Dritte auf das Podest gekommen. Fünf WM- und eine Olympiamedaille also, der ganz große Coup war der Tessinerin aber bis diesen Donnerstag in Italien nicht gelungen. Nun klappte es sogar mit "Ansage". Nach vier Weltcupsiegen in Serie, darunter jenem in St. Anton, hatte sich Gut-Behrami in dieser Disziplin zur WM-Topfavoritin gemacht.

Natürlich habe sie den Druck der Favoritin deutlich gespürt, habe versucht das wegzustecken und sei dementsprechend nervös gewesen, gestand Gut-Behrami nach dem Rennen. Sie sei nach all den misslungenen Gold-Versuchen aber dennoch nicht gestartet, um endlich Gold zu gewinnen, beteuerte die Schweizerin. "Ich bin nicht gefahren um Gold zu holen, sondern um zu zeigen, was ich kann", sagte Gut-Behrami. Das habe den großen Unterschied zu früher ausgemacht.

Erstmals sei es deshalb so gewesen, dass sie gewusst habe, ihr Leben würde sich nicht ändern, egal ob sie Gold gewinne oder nicht. "Ich weiß, was ich wert bin. Und es ist auch nicht so, dass eine Karriere nur daran gemessen wird, ob man Gold gewonnen hat", stellte die neue Super-G-Weltmeisterin klar. Wäre sie seinerzeit vor die Wahl gestellt worden, hätte sie sich eher für ihre 30 Weltcupsiege als eine Goldene entschieden, stellte Gut-Behrami klar.

Dank Gut-Behrami und Suter wiederholte sich aus Schweizer Sicht die Geschichte, die sich 1987 bei der WM in Crans-Montana zugetragen hatte. Vor 34 Jahren war Maria Walliser vor Michela Figini Weltmeisterin geworden, als bisher einzige Schweizerin in dieser Disziplin.