Generalstreik gegen Polizeigewalt lähmt Katalonien. In Katalonien hat am Dienstag der Generalstreik aus Protest gegen die Polizeigewalt beim Unabhängigkeitsreferendum vom Sonntag begonnen. Die Gewerkschaft Confederacion General del Trabajo sprach von einer "sehr hohen Beteiligung" in der ganzen Region im Nordosten Spaniens. Praktisch alle Schulen, Geschäfte und Kaffeehäuser in Barcelona blieben geschlossen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 03. Oktober 2017 (14:43)
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Menschen sind über Zentralregierung erzürnt
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Auf einigen Straßen stauten sich bereits in den frühen Morgenstunden kilometerlang Autos, weil Demonstranten die Fahrbahnen blockierten. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionierten nur mit einem Minimalservice. Als Folge bildeten sich etwa in Barcelona lange Schlangen in der U-Bahn.

Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont rief die Demonstranten zu friedlichen Protesten auf. "Heute ist ein Tag des demokratischen, staatsbürgerlichen und würdigen Protests", schrieb Puigdemont am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter. "Lasst Euch nicht durch Provokationen aufregen. Die Welt hat es gesehen: Wir sind friedliche Menschen", fügte er hinzu.

Aufgerufen zum Generalstreik an diesem Dienstag haben unter anderem Gewerkschaften, die separatistische Bürgerinitiative ANC sowie der nationalistische Kulturverein "Omnium Cultural". Parallel soll es auch Kundgebungen in der spanischen Region geben, erwartet werden Zehntausende Teilnehmer.

Die Gegner der Unabhängigkeit wollen am Sonntag mit einer großen Demonstration gegen die Abspaltung protestieren. Es gehe darum, in dem ganzen Prozess wieder "die Vernunft zurückzugewinnen", sagte Alex Ramos, der Vizepräsident der zivilen Organisation Societat Civil Catalana (SCC). Er rief auch Parteien und Unternehmen auf, sich daran zu beteiligen.

Bei dem gerichtlich untersagten Referendum hatten am vergangenen Sonntag den Angaben der Regionalregierung zufolge rund 90 Prozent der Teilnehmer für eine Unabhängigkeit von Spanien gestimmt, die Beteiligung lag demnach bei 42 Prozent. Die Zentralregierung in Madrid hatte betont, das Referendum sei nach der Verfassung vollkommen illegal. Bei Polizeieinsätzen, die die Abstimmung verhindern sollten, wurden knapp 900 Menschen verletzt.