Wiederaufnahme-Antrag im Fall Hirtzberger. Im Fall des 2008 mit einer präparierten Praline vergifteten Spitzer Bürgermeisters Hannes Hirtzberger ist am Mittwoch beim Landesgericht Krems ein Antrag auf Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen den verurteilten Täter eingelangt. Ein Senat von drei Richtern habe zu prüfen, ob tatsächlich neue, geeignete Beweismittel vorliegen. Dies kann einige Zeit dauern, sagte Vizepräsident Ferdinand Schuster.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 25. Oktober 2018 (10:34)
APA (Archiv/Pfarrhofer)
Heurigenwirt verbüßt zurzeit eine lebenslange Freiheitsstrafe

Die Entscheidung ergehe schriftlich in Beschlussform, so Schuster auf Anfrage. Erachtet der Richtersenat die Beweismittel als geeignet, einen Freispruch oder eine mildere Verurteilung zu begründen, kommt es zu einer erneuten Durchführung des Strafverfahrens. Werden geeignete Beweismittel verneint, wird der Wiederaufnahmeantrag abgewiesen.

Der Verurteilte stützt sich in seinem Antrag laut Landesgericht Krems vom Donnerstag auf zwei neue Gutachten. Diese beschäftigen sich demnach mit der Strychnin-Menge im Hohlraum der Praline, mit der Hirtzberger vergiftet wurde.

Wegen Mordversuchs an dem Lokalpolitiker verbüßt Heurigenwirt Helmut Osberger aus Spitz eine lebenslange Freiheitsstrafe. Er war in der Nacht auf den 21. Mai 2008 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Im März 2009 verwarf der OGH die Nichtigkeitsbeschwerde sowie die Berufung gegen das Strafausmaß. Der Berufung gegen die Strafhöhe des Staatsanwalts kam der OGH nach und erhöhte die zuerst verhängten 20 Jahre Haft auf eine lebenslange Freiheitsstrafe.