A4-Flüchtlingsdrama: Anklage wegen Mordes. Fast zwei Jahre nach dem Flüchtlingsdrama auf der Ostautobahn (A4) im Burgenland mit 71 Toten wird gegen die elf Schlepper Anklage wegen Mordes und Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung erhoben.

Von Redaktion, APA. Update am 04. Mai 2017 (18:18)
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Symbolbild

Das gab der Chefankläger der Oberstaatsanwaltschaft des ungarischen Komitats Bacs-Kiskun, Laszlo Nanasi, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Kecskemet bekannt.

Elf Männer aus Afghanistan, Bulgarien und dem Libanon werden angeklagt. Neun davon befinden sich in Untersuchungshaft. Gegen zwei Männer wurde Anklage in Abwesenheit erhoben.

284 Zeugen bei Verhandlung am Wort

Die Tragödie hatte sich am 27. August 2015 ereignet, die 71 Flüchtlinge sind in einem Kühllaster erstickt. Anfang April hat die ungarische Polizei die Ermittlungen abgeschlossen, die Ergebnisse an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet und die Anklage empfohlen.

Bei dem Prozess, der für 30 Verhandlungstage anberaumt ist, werden 284 Zeugen befragt. Zudem werden 15 Sachverständige ihre Expertise abgeben, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI.