Der Mittwoch bleibt weiterhin stürmisch. Nach heftigen Windböen in der Nacht bleibt auch der Mittwoch weiterhin stürmisch. Der Höhepunkt des Sturms wurde laut ZAMG für Mittag erwartet. Insgesamt mussten im Osten des Bundesgebiets die Feuerwehren seit Dienstag etwa 270 Mal ausrücken. Grund war das Sturmtief "Siglinde", das für zahlreiche Schäden in Wien und Niederösterreich sorgte.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. Oktober 2018 (12:07)
APA (FF MÜNCHENDORF)
Bergung eines Klein-Lkws im niederösterreichischen Münchendorf

Die Kaltfront brachte auch beachtliche Windspitzen: Von der ZAMG-Wetterstation am Semmering/Sonnwendstein wurden 150,8 km/h gemessen. Aber auch auf der Jubiläumswarte im Wiener Stadtgebiet wurden 127,8 km verzeichnet. In vielen Regionen Österreichs sollte der Wind auch am Mittwoch stark bis stürmisch bleiben, mit Spitzen meist zwischen 60 und 90 km/h, in exponierten Lagen vereinzelt auch darüber. Auf den Bergen waren weiterhin Böen über 100 km/h möglich, besonders in der Osthälfte Österreichs. Zum Abend hin dürfte der Wind dann deutlich nachlassen.

In Wien mussten die Einsatzkräfte bis etwa 7.00 Uhr 130 Mal ausrücken, um lose Dachziegel oder Äste wegzuräumen. In der Ungargasse waren bei einem Dach große Saumbleche locker geworden, eines krachte auf den Gehsteig. Die Einsatzkräfte haben mit Hilfe einer Drehleiter die Dachsäume wieder befestigt. Verletzt wurde niemand. Aufgrund des Sturms hat es in der Früh auch Zugausfälle und -verspätungen bei der Schnellbahn in Wien gegeben. Wegen Oberleitungsstörungen zwischen Meidling und Liesing sowie zwischen Baden und Bad Vöslau kam es laut ÖBB zu Behinderungen. Einmal blieb ein Plastikteil in der Oberleitung hängen, ein anderes Mal ein Ast. Deshalb konnte die Bahn eine Zeit lang nur eingleisig fahren, es kam laut einer Sprecherin zu einem Rückstau.

In Niederösterreich sorgte der Sturm bis Mittwochvormittag für 140 Feuerwehreinsätze mit 1.500 Kräften. "In der Nacht wehte der Sturm über ganz Niederösterreich, derzeit konzentriert sich das Geschehen auf den Süden des Landes. Vor allem in den Bezirken Baden und Mödling stehen die Feuerwehren derzeit im Dauereinsatz", teilte Franz Resperger vom Landeskommando auf APA-Anfrage mit. Die Feuerwehren mussten unter anderem aufgrund umgestürzter Bäume und Gerüste oder loser Dachziegeln ausrücken. "Die Einsätze werden noch den ganzen Tag andauern", berichtete der Sprecher.

In Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) musste die Feuerwehr abgebrochene Äste und einen Baum entfernen. Bei einem Einsatz am Reisenbauer-Ring wurden diese Arbeiten aus dem Korb der Drehleiter durchgeführt, berichtete die FF. Ebenfalls im Bezirk Mödling, in Münchendorf, war ein rund fünf Tonnen schwerer Klein-Lkw vom Sturm umgeworfen worden. Die Freiwillige Feuerwehr zog das Fahrzeug mithilfe einer Seilwinde aus dem Graben. In der Magna-Racino-Allee in Ebreichsdorf (Bezirk Baden) hatte ein umgestürzter Baum die Zufahrt blockiert und wurde von Feuerwehrmitgliedern beseitigt, sagte Feuerwehrsprecher Franz Resperger dem ORF NÖ.

Nach dem Sturm der vergangenen Nacht, kommt nun am Wochenende Starkregen auf den Süden Österreichs zu. Durch ein Mittelmeertief könnten die Niederschläge vor allem in Osttirol und Oberkärnten 90 bis 130 mm betragen, stellenweise auch darüber, so eine erste Vorwarnung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Mittwoch. Die Prognosen seien allerdings noch recht unsicher.

Pessimistischer sind derzeit die Voraussagen von Ubimet: Bis einschließlich Montag seien durch eine typische Südstaulage lokal über 200 Liter Regen pro Quadratmeter im Bereich des Möglichen