Illegale Haltung aufgedeckt: 6.000 Hühner in Käfigen. Verein gegen Tierfabriken macht auf illegale Käfighaltung in Trasdorf aufmerksam.  Amtstierarzt reagiert sofort. Landwirt erklärt Maßnahme im Sinne der Tiergesundheit.

Von Gila Wohlmann und Lisa-Maria Hasenhindl. Erstellt am 21. Januar 2020 (16:37)
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Der „Verein gegen Tierfabriken“  (VGT) hat eine illegale Haltung von Legehühnern in Käfigen in Trasdorf im Bezirk Tulln aufgedeckt. Dabei feierte Österreich  - nach einer 15 jährigen Übergangsfrist – mit Jahresbeginn das endgültige Verbot der Käfighaltung für Hühner.

Tausende Hühner waren laut VGT in dem zweistöckigen Betrieb in geschlossenen Käfiganlagen eingesperrt – einen Zugang zum Stallboden gäbe es nicht, da dieser mit Gittern versperrt sei. Über drei Ebenen hinweg müssten die Tiere beengt und auf Gitterboden leben. Verkauft wurden die Eier der Tiere aber als Bodenhaltungseier. Der VGT hat die Beweisfotos und Videos erhalten, geprüft und der Behörde übermittelt. 

„Wir haben gestern davon erfahren. Unser Amtstierarzt hat sofort reagiert und auf dem Betrieb Nachschau gehalten“, berichtet Tullns Bezirkshauptmann Andreas Riemer. Der Missstand sei aber bereits behoben. Die Tiere hätten wieder Zugang zum Boden. Das bestätigt auch Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler. Rund 6.000 Hühner, aufgeteilt auf zwei Stallungen, seien in besagtem Betrieb  bei der gestrigen Kontrolle in Käfigen gehalten worden. Der Stall sei für Bodenhaltung konzipiert. Ein von der Behörde bestellter Veterinär hätte die Tierhaltung in der Vergangenheit in regelmäßigen Abständen kontrolliert. „Da wurden aber die Bestimmungen für Bodenhaltung eingehalten“, so der Veterinär.

Landwirt: „Ich habe im Interesse der Tiere gehandelt“

Der betroffene Landwirt Andreas Zischkin sei nach eigenen Angaben am elterlichen Betrieb aufgewachsen. Die Hühnerhaltung läge in seiner Verantwortung. Dass die Hühner in Käfigen waren, bestreitet er nicht. Im Gegenteil:  „Ich habe im Interesse der Tiere gehandelt“, verteidigt sich er gegen die Vorwürfe im NÖN-Gespräch. Laut seinen Angaben hätten die Hühner blutige Eier produziert und „aus gesundheitlichen Gründen habe er die Tiere vorübergehend in Käfigen gehalten, da sie scheinbar einen Infekt hatten.“ Zischkin beteuert, die Hühner mit Vitaminen wieder aufgepäppelt zu haben, „da man keine Antibiotika verabreichen darf.“

Nach eigenen Angaben schaue Zischkin auf das Wohlergehen seiner Tiere: „Ich hätte sonst tote Tiere gehabt“, betont er. Die Leistung sei nach der Käfighaltung wieder auf 95 Prozent gewesen. „Dann wurde eingebrochen. Nun ist die Leistung der Tiere wieder gefallen“, gibt er zu bedenken.

Folgen für den Hühnerbauern hat die „vorübergehende Käfighaltung“ dennoch. Eine Anzeige gegen den Betriebsleiter wegen Übertretung des Tierschutzgesetzes und der Tierhaltungsverordnung wurde der Behörde übermittelt. „Die Strafe wird im minimalsten Fall 500 Euro betragen“, meint Bezirkshauptmann Riemer. Auf jeden Fall würde der Betrieb nun „engmaschiger kontrolliert.“