Härtere Gangart nach "Kinderkrieg" in Moschee. Minister Blümel stellt dem türkischen Verein Atib eine Frist bis 27. April zur Aufklärung nach dem Nachstellen einer Schlacht.

Von Online Redaktion. Erstellt am 20. April 2018 (17:54)
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Dachverband ATIB unter Nationalismusverdacht
APA

Gegen niederösterreichische Ableger des türkisch-islamischen Vereins Atib gibt es vorerst keine entsprechenden Vorwürfe. Das erklärte Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) der NÖN am Freitag am Rande der Sitzung des Nationalrats. Es soll geprüft werden, ob es in anderen Atib-Moscheen ähnliche Vorfälle gab.

Zuvor war durch Fotos  bekannt geworden, dass in einer Atib-Moschee in Wien-Brigittenau  Kinder in Uniformen exerziert und eine Kriegsschlacht nachstellen mussten - Leichen inklusive. Atib  ist auch in Gemeinden in Niederösterreich vertreten, etwa in Bad Vöslau im Bezirk Baden oder in Amstetten.

"Möglichst rasche" Aufklärung

Der für das Kultusamt zuständige Kanzleramtsminister verschärft die Gangart und macht Druck, um Klarheit zu schaffen, wer für die Vorkommnisse in der Moschee verantwortlich war. Blümel hat dafür der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) eine Frist bis 27. April gesetzt.

Bis zum kommenden Freitag sollen daher Personen, gegen die sich Vorwürfe wegen der "Kriegsspiele" mit Kindern in der Moschee richten, geladen. Sie werden daher ab kommender Woche laufend zur Auskunft vom Kultusamt gebeten. Blümel geht es, wie er der NÖN erklärte darum, die Vorgänge "möglichst schnell" aufzuklären.

IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun kündigte interne Ermittlungen an. "Der Imam hatte Mitverantwortung", sagte dieser dem ORF. Daher gibt es eine erste Konsequenz, über Ersuchen Olguns wurde der Imam suspendiert. Denn der Prediger hätte die türkisch-nationalistische Veranstaltung im Haus verhindern müssen.