Bluttat mit einer Toten: 36-Jähriger vor Gericht. Weil er seine um vier Jahre jüngere Ehefrau im Jänner auf dem Parkplatz eines Lebensmittelmarktes in Tulln erstochen haben soll, muss sich ein 36-Jähriger am Mittwoch in St. Pölten wegen Mordes vor einem Geschworenengericht verantworten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 01. Juni 2019 (06:00)
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Symbolbild

Der Beschuldigte war nach der Tat vollumfänglich geständig und wird bei dieser Verantwortung bleiben, sagte Verteidiger Wolfgang Blaschitz.

Der Anklageschrift zufolge war das Verhältnis des Verdächtigen zu seiner Ehefrau - beide mazedonische Staatsbürger, die zwölf Jahre gemeinsam in Österreich wohnten - über längere Zeit hinweg belastet. Im Mai 2017 wurde der 36-Jährige wegen fortgesetzter Gewaltausübung verurteilt und ist daher einschlägig vorbestraft. Der Angeklagte soll seine Partnerin von 2013 bis März 2017 regelmäßig geschlagen haben. Er nahm nach dem Schuldspruch eine Psychotherapie in Anspruch und kehrte anschließend in die gemeinsame Wohnung zurück.

Etwa einen Monat vor der Bluttat am 21. Jänner soll die Ehefrau zum 36-Jährigen gesagt haben, dass er "seine Sachen packen und gehen" solle. Danach herrschte rund zehn Tage lang Funkstille zwischen den beiden, die Frau erwirkte der Anklage zufolge am 6. Jänner ein Betretungsverbot.

Nachdem der Verdächtige seine Partnerin über zwei Tage hinweg nicht via SMS oder per Anruf erreicht hatte, kaufte der Mann am 21. Jänner in einem Waffengeschäft einen 21 Zentimeter langen Dolch. Nach einem weiteren vergeblichen Anrufversuch beim späteren Opfer fuhr der Beschuldigte zum Parkplatz des Lebensmittelmarktes nach Tulln - weil er laut Anklage wusste, dass seine Ehefrau auf diesem Areal einen Arzttermin wahrnahm.

Als die 32-Jährige auftauchte, soll der Verdächtige ausgestiegen und auf sie zugegangen sein. Nach einer kurzen Diskussion - es ging unter anderem um die beiden Kinder des Paares - versuchte die Frau wegzulaufen. Dies gelang aber nicht, der 36-Jährige soll daraufhin begonnen haben, auf seine Partnerin einzustechen. Die 32-Jährige erlitt der Anklageschrift zufolge 14 "äußerst heftige Stiche". Das Opfer erlag den Verletzungen an Ort und Stelle.

Der Beschuldigte ließ sich widerstandlos festnehmen. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von zehn bis zu zwanzig Jahren oder lebenslang.