Im Juli rund 490.000 Blitze in Österreich. In der Steiermark und in Niederösterreich blitzte es am häufigsten.

Von Redaktion NÖN.at und Redaktion BVZ.at. Erstellt am 05. August 2020 (07:57)
Blitzdichte_Juli
Blitzdichte (geglättet) und Blitzdichte auf Gemeindebasis in Österreich, 1.-31. Juli 2020
UBIMET

Im Juli 2020 wurden österreichweit exakt 489.896 Blitzentladungen erfasst. Das blitzreichste Bundesland war mit insgesamt 162.584 Blitzen wie so häufig die Steiermark, auf die rund ein Drittel aller Juli-Blitze entfielen. Nach Angaben der Wetterexperten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) gab es etwas mehr Blitzentladungen als im Vorjahr im Juli und insgesamt bewegt man sich mit rund einer halbe Million Blitzentladungen im langjährigen Durchschnitt.

Vom 1. bis 31. Juli registrierte das Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, dem Blitzspezialisten der UBIMET-Gruppe, im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 489.896 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze). Das sind rund 70.000 Blitzentladungen mehr als im Juli 2019. Der Juli bildet zusammen mit Juni und August üblicherweise die blitzreichste Zeit des Jahres. „In den Sommermonaten sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter am besten“, sagt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. „Die Sonne erreicht zu dieser Zeit ihren Höchststand, die Luft wirdentsprechend aufgeheizt. In Kombination mit feuchter Luft und der Topografie Österreichs entwickeln sich dann zahlreiche Gewitter.“

Spitzenreiter Steiermark, blitzreiches Wien

Mit exakt 162.584 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit gut 91.000 und Oberösterreich mit etwa 87.000 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es nur 3.779 Blitze.

Mit rund zehn Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Steiermark hinsichtlich der Blitzdichte ebenso knapp vorne, gefolgt von Wien mit neun und Oberösterreich mit rund sieben Blitzen pro Quadratkilometer. „In Wien gab es sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Bezirken“, sagt Spatzierer. „So gab es in Simmering nur etwas mehr als 1 Blitz pro Quadratkilometer, in Hernals hingegen beinahe 37 Blitze pro Quadratkilometer“. Damit liegt Hernals auch österreichweit auf Bezirksebene in Führung. Ebenfalls eine hohe Blitzdichte weisen die Landeshauptstädte St. Pölten mit 28 und Graz mit 17 Blitze pro Quadratmeter auf. Gewitterfreie Tage bildeten im Juli die Ausnahme, an insgesamt 25 von 31 Tagen wurde in Österreich zumindest eine Entladung registriert. Die meisten Gewittertage erlebte dabei Kärnten mit insgesamt 20 Tagen.

Stärkster Blitz in Nordtirol

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Tirol im Bezirk Reutte gemessen: „Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 305 kA am Abend des 28. Juli in der Marktgemeinde Reutte“, so Spatzierer. „In kürzester Zeit wurde dabei fast 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.“

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