Weniger Tote durch bessere Luftqualität in der EU. Bessere Luftqualität hat nach Angaben der EU-Kommission in den vergangenen zehn Jahren zu einer deutlichen Reduktion der mit Luftverschmutzung in Zusammenhang stehenden Todesfälle in Europa geführt.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 23. November 2020 (14:18)
Sinkevicius bei der Präsentation der Ergebnisse
APA (AFP)

Dennoch zeigten die am Montag veröffentlichten Zahlen der Europäischen Umweltagentur, dass noch immer rund 400.000 frühzeitige Todesfälle auf dem Kontinent auf schlechte Luftqualität zurückzuführen sind. Für Österreich wird diese Zahl auf mehr als 7.000 geschätzt.

Sechs EU-Staaten überschritten im Jahr 2018 die zulässige EU-Grenze für Feinstaub (PM2,5), nämlich Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Italien, Polen und Rumänien. Nur vier europäische Länder lagen unter den strikteren Werten der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Estland, Finnland, Island und Irland. Der Bericht der EU-Umweltagentur stützt sich auf Messungen in mehr als 4.000 Stationen in Europa.

Feinstaub war laut dem Bericht 2018 für geschätzte 417.000 frühzeitige Todesfälle in 41 europäischen Ländern verantwortlich. Auf die EU entfallen davon 379.000 Todesfälle. Dazu kommen 55.000 (in der EU 54.000) weitere frühzeitige Todesfälle durch Stickstoffdioxid (NO2) und 20.600 (in der EU 19.400) zusätzliche durch Ozon (O3). Für Österreich schätzt die EU-Umweltagentur, dass 2018 6.100 vorzeitige Todesfälle auf Feinstaub, 790 auf NO2 und 420 auf Ozon zurückzuführen waren.

Verglichen mit 2009 seien 2018 aber rund 60.000 Menschen in Europa weniger an den Folgen von Feinstaub verstorben. Für Stickstoffdioxid schätzt die EU-Umweltagentur die Reduktion mit 54 Prozent sogar noch höher ein.

"Die Anzahl der frühzeitigen Todesfälle in Europa aufgrund von Luftverschmutzung ist noch immer viel zu hoch", sagte EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius. Mit dem EU-Klimaschutzplan "Green Deal" sollte die Verschmutzung weiter in Richtung null abgebaut werden. Dazu müsse die EU aber ihre Standards noch weiter an die Empfehlungen der WHO anpassen.

Der Bericht zeigt außerdem, dass die Luftverschmutzung durch einige Schadstoffe während der Lockdowns in der Corona-Pandemie im Frühjahr um 60 Prozent abgenommen habe. Es sei aber noch zu früh, um die Auswirkungen auf die Gesundheit darzustellen, erklärte die EU-Kommission.