Linzer Ärzte starben bei Flugzeugabsturz in Äthiopien. Beim Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien sind nach Angaben der betroffenen Fluggesellschaft Ethiopian Airlines alle 157 Insassen - 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder - ums Leben gekommen.

Von Redaktion, APA. Update am 10. März 2019 (16:32)
Rettungsteams an der Absturzstelle
APA/dpa/ag.

An Bord hatten sich auch drei an Linzer Kliniken tätige Ärzte aus Oberösterreich befunden. Die Mediziner hätten aus beruflichen Gründen über Nairobi nach Sansibar reisen wollen.

In einem der APA übermittelten Statement bestätigte der Geschäftsführer der Ethiopian Airlines Group, Tewolde GebreMariam, dass es keine Überlebenden gibt. Er sprach den Angehörigen der Passagiere und der Crew, die bei diesem tragischen Unfall ihr Leben verloren hätten, sein tiefstes Mitgefühl und sein Beileid aus. Zuvor hatte Biniam Addisu, der Country Manager von Ethiopian Airlines Austria, der APA erklärt, drei Österreicher wären an Bord der Boeing 737-800MAX gewesen. "Die Familien wurden bereits verständigt", teilte Addisu mit.

Zu Wort gemeldet hat sich auch Bundespräsident Alexander Van Der Bellen. "Die Nachricht vom Flugzeugabsturz in Äthiopien ist bestürzend. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme ist bei den Angehörigen der Opfer", kondolierte das Staatsoberhaupt über den Kurznachrichtendienst Twitter. "Sehr traurige Nachrichten erreichen uns aus Äthiopien. Mein aufrichtiges Beileid und mein tiefes Mitgefühl für diesen schweren Verlust gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer. Das Wichtigste ist jetzt, die Familien und Hinterbliebenen in diesen schweren Stunden zu unterstützen. Ich bin dazu bereits in Kontakt mit der Außenministerin", hielt der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) fest. Sein Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) reagierte ebenfalls betroffen: "Die Anteilnahme in diesen schweren Stunden gilt den Angehörigen, Freunden und Kollegen."

Die Unglücksursache steht noch nicht fest. Wie allerdings im Verlauf des Sonntag bekannt wurde, hatte der erfahrene Pilot kurz nach dem Start von Flug ET302 , der von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba nach Nairobi gehen sollte, "Probleme" gemeldet und um Erlaubnis zur Rückkehr nach Addis Abeba gebeten hatte. Dafür bekam er grünes Licht. Dann riss der Kontakt ab. Der Start war bei gutem Wetter erfolgt. Der Airline zufolge brach der Kontakt mit der Maschine sechs Minuten nach dem Abheben gegen 8.30 Uhr am Sonntagmorgen (Ortszeit) ab. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die Maschine nahe der Stadt Bishoftu befunden, hieß es.

Wie Peter Guschelbauer, der Sprecher des Außenministeriums, gegenüber der APA präzisierte, handelt es sich bei den österreichischen Opfern um Ärzte im Alter zwischen 30 und 40. Man stehe in laufendem Kontakt mit den Angehörigen, den äthiopischen Behörden und Vertretern der Fluglinie, sagte Guschelbauer.

Die Fluggesellschaft hatte die neue Maschine nach eigenen Angaben erst im November erworben. Zuletzt war sie am 4. Februar gewartet worden. Seit dem Kauf des Flugzeuges Ende letzten Jahres soll die Boeing rund 1.200 Stunden im Einsatz gewesen sein.

An der Unglücksstelle nahmen Polizisten, Soldaten und ein Ermittlungsteam der Behörde für zivile Luftfahrt ihre Arbeit auf. Ein AFP-Reporter berichtete von einem tiefen Krater. Flugzeugteile und persönliche Gegenstände der Passagiere lagen weit verstreut. Rettungskräfte bargen menschliche Überreste aus dem Flugzeugwrack.

Ethiopian Airlines gehört mit einer Flotte von 108 Flugzeugen zu den größten Airlines Afrikas und zum Verbund der von der Lufthansa mitgegründeten Star Alliance. Zuletzt war ein Passagierflugzeug der Ethiopian Airlines im Jahr 2010 in einen schweren Unfall verwickelt. Damals explodierte eine Boeing 737-800 nach dem Start im Libanon - 83 Passagiere und sieben Crewmitglieder kamen ums Leben. Grundsätzlich gilt Ethiopian Airlines als zuverlässige Fluggesellschaft. Sie bietet weltweite Verbindungen an, auch nach Frankfurt am Main, München, London, New York und Bangkok. Eine Boeing 737-800MAX der indonesischen Gesellschaft Lion Air war jedoch erst im vergangenen Oktober nach dem Start in Jakarta abgestürzt.

Das nunmehrige Unglück ereignete sich am Vortag einer großen Jahresversammlung des UN-Umweltprogramms in Nairobi. Möglicherweise waren Teilnehmer des Treffens an Bord. Nach Angaben der Ethiopian Airlines hatten sich zahlreiche Europäer an Bord befunden. Demnach hatten acht Italiener, je sieben Franzosen und Briten, fünf Niederländer und vier Slowaken die Reise angetreten. Jüngsten Meldungen zufolge sollen auch fünf Deutsche den Flug angetreten haben. Insgesamt sollen Passagiere aus mindestens 32 verschiedenen Nationen den Flug gebucht gehabt haben.