Tirol erwartet Schadenshöhe von bis zu 12 Mio. Euro. Nach den Unwettern im Arlberggebiet hat das Land eine erste Schadensbilanz gezogen. "Ohne noch die Höhe der Schäden an der Bahnstrecke zu kennen, müssen wir von zehn bis zwölf Millionen Euro Schadenssumme ausgehen", erklärte LH Günther Platter (ÖVP), der erneut eine "rasche und unbürokratische Hilfe" versprach.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 05. August 2018 (10:10)
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Die Tiroler Landesregierung werde bereits am 15. August entsprechende Soforthilfemaßnahmen beschließen, so Platter. Etwa soll die Abgeltung der Schadenssummen mit Mitteln des Katastrophenfonds beschlossen und eine Sofortauszahlung von 50 Prozent des Landesanteils veranlasst werden. "Zudem bin ich mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Kontakt, der ebenfalls rasche Hilfe der Bundesregierung zugesichert hat", erklärte Tirols Landeschef.

Glücklicherweise wurde niemand verletzt, die durch Überflutungen in Kellern und Wohnräumen verursachten Sachschäden sowie Verschmutzungen an Hausfassaden und Beschädigungen von Brückenanlagen seien aber "zum Teil erheblich". Vor allem die Betriebe im Gewerbepark Schnann, die durch das rückgestaute Wasser der Rosanna teilweise bis zu zwei Meter unter Wasser gesetzt wurden seien schwer getroffen worden. Allein dort müsse mit einer Schadenssumme von mindestens vier Millionen Euro gerechnet werden.

Die Aufräumarbeiten im Dorf und im Gewerbepark Schnann seien dank der Freiwilligen Feuerwehr und vieler freiwilliger Helfer bereits abgeschlossen. Auch die Stanzertalstraße sowie die Bahnverbindung zwischen Landeck und Bludenz konnte wieder freigegeben werden.

Laut Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung und der Schutzwasserwirtschaft haben die Murenabgänge im Gridlontobel und in der Schnanner Klamm rund 350.000 Kubikmeter Material in Bewegung gesetzt. Dieses sogenannte Murenmaterial soll nun zur Errichtung von Schutzdämmen entlang des Dorfbaches eingesetzt werden, hieß es.

Die verheerenden Unwetter mit Starkregen waren am vergangenen Mittwoch über den Bezirk Landeck gezogen. Besonders betroffen waren die Gemeinde Pettneu am Arlberg und die Fraktion Schnann.