Bundestagswahl in Deutschland hat begonnen. In Deutschland hat am Sonntag die mit Spannung erwartete Bundestagswahl begonnen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. September 2017 (08:00)
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Erste Prognosen werden um 18.00 Uhr erwartet
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Rund 61,5 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die Zusammensetzung des Parlaments und damit auch über die nächste Regierung von Europas größter Volkswirtschaft zu entscheiden. Nach allen Umfragen liegen die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel weit vor allen anderen Parteien.

Merkel regiert Deutschland seit Ende 2005. Eine Fortsetzung der bisherigen Großen Koalition aus Christ- und Sozialdemokraten gilt als eher unwahrscheinlich. Je nach Wahlausgang ist auch eine Koalition der CDU/CSU mit Liberalen und Grünen denkbar. Im neuen Parlament werden voraussichtlich sechs statt bisher vier Fraktionen sitzen, was die Mehrheitsbildung erschwert. Erstmals dürfte auch die rechtspopulistische AfD in den Bundestag einziehen.

Erste Prognosen werden mit Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr erwartet. Das vorläufige Endergebnis dürfte nach Mitternacht vorliegen. Der neue Bundestag konstituiert sich spätestens 30 Tage nach der Wahl. Er wählt auch den neuen Bundeskanzler - allerdings erst nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen zwischen den Parteien.

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat unmittelbar vor dem Wahltag die Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen. "Wahlrecht ist Bürgerrecht", schrieb das Staatsoberhaupt in einem Wahlaufruf in der Zeitung "Bild am Sonntag". "Für mich ist es in einer Demokratie vornehmste Bürgerpflicht. Gehen Sie zur Wahl!"

Wer nicht wählen gehe, lasse andere "über die Zukunft unseres Landes" entscheiden - etwa darüber, "wie es weitergeht bei Arbeit und Wirtschaft, Bildung und Gesundheit, Pflege und Alterssicherung, in der Flüchtlingspolitik und bei der Integration, bei innerer und äußerer Sicherheit, bei Klima und Umwelt". Es sei vielleicht noch nie so spürbar wie jetzt gewesen, dass es bei der Bundestagswahl "auch um die Zukunft der Demokratie und die Zukunft Europas" gehe, schrieb Steinmeier.