Mindestens sieben Tote durch Sturm "Harvey". Kurz vor seinem Besuch in den Katastrophengebieten von Texas hat US-Präsident Donald Trump die Bewohner auf einen langen und schwierigen Wiederaufbau nach Hurrikan "Harvey" eingestimmt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 29. August 2017 (06:18)
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Viele Menschen mussten ihre Häuser zurücklassen

 Im Moment habe die Rettung von Menschenleben Vorrang, sagte Trump am Montag in Washington. Wegen "Harvey" sind bisher mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern.

Der Wiederaufbau werde "sehr teuer", sagte Trump. Deswegen stehe er mit dem Kongress in Kontakt. Es werde auf Bundesebene schnelle Reaktionen geben. "Alle mir untergeordneten Ressourcen stehen den Behörden vor Ort zur Verfügung", betonte Trump.

Trump reist am Dienstag nach Texas, wo im Großraum Houston nach heftigen Regenfällen große Gebiete unter Wasser stehen. Der Höhepunkt der Wassermassen wird Meteorologen zufolge erst in den kommenden Tagen erreicht. Wegen "Harvey" sind bisher mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern.

Der Kongress kommt nächste Woche aus den Sommerferien zurück. Finanzhilfen für die Überschwemmungsopfer in Texas und auch im Bundesstaat Louisiana verschärfen die Haushaltslage weiter. In den USA muss die Schuldenobergrenze im Herbst angehoben werden, sonst droht eine Art Zwangsschließung der staatlichen Behörden. Dies würde Trump nach eigenen Angaben auch in Kauf nehmen, sollte der Kongress nicht wie von ihm gefordert finanzielle Mittel für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko bewilligen. Auf die Frage, ob Trump wegen "Harvey" seine Drohung überdenke, sagte der Präsident: "Das hat damit nichts zu tun."

"Harvey" ist mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern in der Stunde der heftigste Sturm in Texas seit 1961. Mindestens 2.000 Menschen wurden in den vergangenen Tagen von der Polizei und Rettungskräften in Sicherheit gebracht, oft wurden sie per Hubschrauber von Dächern gerettet. In den gefluteten Häusern sitzen wahrscheinlich noch zahlreiche weitere Personen fest.

Die US-Großbank JP Morgan schätzt die versicherten Schäden durch "Harvey" auf 10 bis 20 Mrd. Dollar (16,9 Mrd. Euro). Dies seien die Berechnungen nach dem bisherigen Stand. Damit könnte "Harvey" zu einem der teuersten zehn Wirbelstürme der US-Geschichte werden. Allerdings wäre er für die Versicherer nicht so kostenträchtig wie Hurrikan "Katrina", der 2005 New Orleans verwüstet hatte und die Branche 75 Mrd. Dollar kostete.