Verdacht der grob fahrlässigen Tötung nach Zugsunglück in Münchendorf

Aktualisiert am 11. Mai 2022 | 17:37
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Nach dem Zugsunglück vom Montagabend auf der Pottendorfer Linie in Münchendorf (Bezirk Mödling) ermittelt die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt laut Behördensprecher Erich Habitzl wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung.
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 Die Polizei hat die Arbeit am Ort des Geschehens abgeschlossen. Die Unfallursache stand weiterhin nicht fest. Es werde "menschliches Versagen" vermutet, hieß es seitens der Raaberbahn.

Ein technisches Gebrechen könne ausgeschlossen werden, sagte die stellvertretende Generaldirektorin Hana Dellemann zum ORF Burgenland. Vermutungen und Gerüchte, dass Bahnweichen falsch gestellt wurden, wollte Dellemann nicht bestätigen.

Bei dem Unglück kam ein 25-jähriger Eisenstädter ums Leben. Der 52-jährige ungarische Triebwagenführer und zwei Fahrgäste aus Wien, eine Frau (35) und ein Mann (78), wurden schwer verletzt. Zehn weitere Passagiere erlitten leichte Verletzungen.

 

Am Mittwoch stand die Bergung der zwei Waggons des "Ventus"-Zuges, die in ein Feld gestürzt bzw. auf der Böschung neben den Gleisen liegen geblieben waren, auf dem Programm. Dabei wurde ein Spezialkran eingesetzt.

Die Pottendorfer Linie war indes aufgrund anhaltender Arbeiten weiter unterbrochen. Ein Gleis dürfte Donnerstagfrüh wieder freigegeben werden. Nach Angaben der ÖBB werden im Abschnitt Achau - Wampersdorf voraussichtlich ab 5.00 Uhr wieder Fahrten möglich sein. Ein Schienenersatzverkehr blieb vorerst weiter aufrecht.

Im Fall des zweiten Gleises sei mit "Sanierungsarbeiten von zwei Wochen zu rechnen", teilten die ÖBB am Mittwochabend per Aussendung mit. Der zweigleisige Betrieb der Strecke werde daher voraussichtlich am 26. Mai ab 5.00 Uhr wieder aufgenommen werden können.

Das Unglück hatte sich auf einem geraden Abschnitt ereignet. An Bord des REX 7657, der auf dem Weg von Deutschkreutz nach Wien-Hauptbahnhof war, hatten sich der Landespolizeidirektion Niederösterreich zufolge der Triebwagenführer und etwa 70 Passagiere befunden.

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat neben der Sicherstellung des Fahrtenschreibers des Zuges zwecks Auswertung auch jene der Zugmaschine angeordnet, sagte Habitzl am Mittwoch. Die Obduktion des 25-Jährigen ist ebenfalls verfügt worden. Zudem wurde ein Sachverständiger zur Klärung der Unfallursache bestellt. Mit einem Gutachten werde erst in einigen Wochen zu rechnen sein, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.