Penis kostet den Job: Lehrer wurde suspendiert. Schüler töpferten im Werkunterricht einen Penis, Direktor meldete den Vorfall an den Landesschulrat.

Von Michael Schwab. Erstellt am 01. März 2017 (05:22)
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Zu weit trieben es einige Schüler im Werkunterricht am Waidhofner Gymnasium mit der Freiheit der Kunst.

Sie töpferten einen überlebensgroßen Penis. „Es dürfte wohl als Scherz gemeint gewesen sein. Als ich vom Werklehrer davon erfahren habe, stellte ich sofort klar, dass so etwas nicht geht“, berichtet Direktor Roland Senk. Das Werk selbst habe er zu dem Zeitpunkt noch nicht zu Gesicht bekommen, er wies aber gleich den Schulwart an, das „Kunstwerk“ zu entsorgen.

„Ich habe mit den Schülern ein Gespräch geführt, und ihnen erklärt, dass Pornografie auch immer mit Gewalt an Menschen verbunden ist und dass Derartiges keinen Platz an unserer Schule hat. Die betreffenden Schüler haben auch ganz klar eingesehen, dass dies weder am Gymnasium noch in ihrem Leben Raum haben sollte. Davon war ich positiv überrascht“, sagt Senk.

Landesschulrat sprach Suspendierung aus

Er hat den Vorfall sofort an den Landesschulrat weitergeleitet, der als übergeordnete Instanz zuständig ist. „Der Lehrer wurde bereits vom Dienst freigestellt und ist nicht mehr an der Schule. Er hat einen befristeten Vertrag, der nicht verlängert wird“, erklärt Landesschulratspräsident Johann Heuras. „Damit ist Sache für uns erledigt“, bestätigt Senk.

Die NÖN versuchte, von dem betroffenen Pädagogen (Name der Redaktion bekannt) eine Stellungnahme zu dem Vorfall zu erhalten. Dieser habe sich, so der Lehrer, anders als beschrieben dargestellt. Einige Kollegen mit einem „geraden Rücken“ würden die Wahrheit kennen. Was er konkret damit meinte, führte er jedoch trotz Nachfrage nicht weiter aus.

Elternvereinsobmann Andreas Gold wurde über den Vorfall von betroffenen Eltern nicht kontaktiert. „Es haben sich bei mir keine Eltern beschwert oder sind sonst auf mich in meiner Funktion als Elternvereinsobmann herangetreten“, erklärt Gold.