Parlament holt Waisenkinder nach Österreich. Nationalratspräsident Sobotka startet Sozialprojekt – 20 Waisen aus Russland und der Ukraine als Auftakt für Skiurlaub in Waidhofen/Ybbs.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 24. Februar 2019 (12:52)
Parlament
Die Kinder aus Kiew und St. Petersburg mit Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und den Botschaftern Dmitry Lyubinskiy (Russische Föderation) und Oleksandr Scherba (Ukraine).

Bei traumhaftem Winterwetter verbringen derzeit 20 Waisenkinder aus Russland und der Ukraine einen Ski- und Winterurlaub im Mostviertel. Die neun bis 13-jähjrigen Kinder sind in einem Biobauernhof untergebracht und absolvieren ein abwechslungsreiches Programm, das Skitage, Museumsbesuche, Wanderungen, Kunstkurse und sonstige Aktivitäten umfasst.

Auch ein Wientag stand bereits auf dem Programm, der einen Besuch des Österreichischen Parlaments beinhaltete. Auf Bestreben von Nationalratspräsident Sobotka sollen nun jährlich Projekte mit Kindern unterstützt werden. 

Kinder aus St. Petersburg und Kiew

Den Auftakt machen Waisenkinder aus dem Raum St. Petersburg und Kiew, die in Sobotkas Heimatstadt Waidhofen/Ybbs Halt machen. Die Idee zum Projekt entstand bei Arbeitsbesuchen des Nationalratspräsidenten in Russland und der Ukraine, wo er auch mit der Hilfsorganisation Kleine Herzen, geleitet von Pascale Vayer, in Kontakt kam.

Parlament
Wolfgang Sobotka mit den Kindern auf der Forsteralm

„Für mich war sehr schnell klar, dass ich diesen Kindern helfen und unter die Arme greifen möchte. Zu sehen, wie sehr sie hier aufblühen und das Abenteuer genießen, ist schlichtweg großartig“, so Sobotka.

Um Motivation und Feuer in den Kindern zu entfachen, wurden in Zusammenarbeit mit dem Verein Kleine Herzen Mädchen und Jungen ausgewählt, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten besonders hervorgetan hatten. Sei es durch bemühte schulische Leistungen oder aber durch in besonderem Maße gezeigte Hilfsbereitschaft anderen Kindern gegenüber.

Parlament
Die Kinder mit Wolfgang Sobotka und den Botschaftern im Parlament in Wien.

„Der Urlaub soll ein Ansporn sein, sich auch künftig Mühe zu geben und sein Leben so gut es möglich ist selbst in die Hand zu nehmen. Eine tolle Sache“, so die Obfrau von Kleine Herzen, Pascale Vayer.

Zahlreiche Unterstützer der Initiative

Auf die Beine gestellt wurde die Aktion ausschließlich mit Geld- und Sachspenden. Unterstützung kam dabei von Großunternehmen bis hin zu Kleinbetrieben oder Einzelpersonen, die in Form von Wissensvermittlung einen Beitrag leisten wollten.

„Es ist toll zu erleben, wie groß die Hilfsbereitschaft in unserem Land ist. Wir hatten nahezu keinerlei Absagen, sondern wurden immer wieder positiv überrascht, wie groß die Bereitschaft ist, Hilfe zu leisten. Das bestärkt uns darin, das Sozialprojekt auch in den kommenden Jahren fortzuführen und zu etablieren“, so der Nationalratspräsident.

Botschafter begrüßen Projekt

Unmittelbar über das Vorhaben informiert waren auch die Botschafter beider Staaten, die das Engagement begrüßen. „Kinder glücklich zu machen steht über allem und die lachenden Gesichter sind Beweis dafür, wie sehr sie diesen Urlaub genießen. Man kann dem Nationalratspräsidenten für das gezeigte Engagement nur danken“, so Dmitry Lyubinskiy, Botschafter der Russischen Föderation.

Der ukrainische Botschafter Oleksandr Scherba sieht schon jetzt einen nachhaltigen Nutzen. „Diese Kinder haben es im Leben nicht immer leicht und werden dieses Erlebnis niemals vergessen. Sie werden immer mit Freude darauf zurückblicken und stolz darauf sein, dass sie aufgrund ihrer Leistungen ausgewählt wurden. Eine tolle Sache und ein großes Dankeschön an Herrn Sobotka.“

Beide Botschafter kennen und schätzen zudem das Engagement des Vereins Kleine Herzen vor Ort in ihren Ländern.