Proteste und Platzsperre rund um Akademikerball. In der Wiener Hofburg findet am Freitag wieder der von der FPÖ Wien organisierte Akademikerball (ehemals "WKR-Ball") statt. Auch heuer wird auf der Straße gegen den Ball protestiert, Kritiker sehen darin ein internationales Vernetzungstreffen Rechtsextremer. Rund um die Hofburg gibt es erneut Platzsperren, in allerdings kleinerem Ausmaß als bisher. Dennoch ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 25. Januar 2019 (06:14)
APA (Archiv)
Die Polizei rechnet auch heuer mit tausenden Protestanten

Der Akademikerball hatte in der Vergangenheit für teils wütende Proteste aus dem linken Lager gesorgt. Der Unmut richtete sich stets vorwiegend gegen deutsch-nationale Burschenschafter, die bereits seit 1952 die Veranstaltung ausrichteten und prägten. Bis 2012 wurde die Veranstaltung vom Wiener Korporationsring (WKR) organisiert. Nach Differenzen mit der Wiener Hofburg übernahm die FPÖ Wien, die ihn in Akademikerball umtaufte. Weiterhin tanzen dort neben freiheitlicher Prominenz und Burschenschaftern auch rechte Politiker aus ganz Europa.

Insbesondere im Jahr 2014 kam es im Zuge der Proteste gegen den Ball zu zahlreichen Sachbeschädigungen und auch zu einer erheblichen Anzahl an verletzten Demonstranten und Polizisten. In den vergangenen Jahren hatte sich die Situation auf den Demonstrationen deutlich beruhigt. Zwar nahmen auch im Vorjahr (laut Polizei) bis zu 8.000 Personen an den Protesten teil, sie blieben aber ohne Zwischenfälle.

Die ab 17.00 Uhr geltende Sperrzone rund um den Heldenplatz fällt am Freitag daher auch kleiner aus als in den Jahren zuvor. Außerdem werden maximal 1.900 Beamte im Einsatz sein, laut Polizei in etwa ein Drittel weniger als im Jahr 2018.

Die Ringstraße selbst ist heuer vom behördlichen Platzverbot ausgenommen, was auch zu geringeren Verkehrsstörungen beitragen soll. Dennoch ist laut Polizei für den Nachmittag (ab ca. 16.00 Uhr) rund um die Innenstadt mit Beeinträchtigungen sowohl für den Individual- wie auch den öffentlichen Verkehr zu rechnen. Zu Verzögerungen kann es abschnittsweise auf der Ringstraße kommen, sowie auf den Ausweichrouten, aber auch bei den Zufahrten zur Staatsoper, zum Burgtheater und dem Rathausplatz. Die Citybuslinien 1A, 2A und 3A sind ab etwa 14.00 Uhr nicht in Betrieb. Bei den Straßenbahnlinien 1, 43, 44, 71 und D kommt es zu Änderungen auf den Routen.

Die angekündigte Demonstration des Bündnisses "Offensive gegen Rechts" startet um 17.00 Uhr am Schottentor bei der Universität und führt über die Wipplingerstraße zum Stephansplatz. "Zeigen wir erneut, was wir von den elitären, rassistischen, sexistischen, antisemitischen und homophoben Burschenschaftern halten. Zeigen wir, dass unser Widerstand kein Ende finden wird", heißt es im Demo-Aufruf. Man werde Schwarz-Blau "und ihren völkischen Burschenschaftern" "keine Atempause" lassen, so die Organisatoren. Erwartet werden laut Polizei "mehrere tausend" Demonstranten.

Die Ballveranstalter rechnen für ihr Event in der Hofburg mit einer Rekord-Besucherzahl. Ballorganisator Udo Guggenbichler berichtet im Vorfeld von einem großen Ansturm auf die Karten, Mit-Grund dafür sind seiner Meinung nach die in den letzten Jahren immer besser gewordenen polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen rund um den Ball. Gleichzeitig betonte der Wiener FPÖ-Landtagsabgeordnete, er unterstütze natürlich das Demonstrationsrecht. "Aber ich rufe die Demonstranten dazu auf, von Gewalt abzusehen."

Unter den Ballgästen werden sich wohl wie schon in den letzten Jahren erneut prominente Vertreter der Regierungspartei FPÖ einfinden. Allen voran hat Vizekanzler und Parteichef Heinz-Christian Strache sein Kommen angekündigt. Auch die beiden Klubobleute Johann Gudenus und Walter Rosenkranz werden in der Hofburg erwartet. Und auch die dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller dürfte wieder unter den Ballgästen sein.