Militärdiensthunde töteten Hundeführer in Kaserne. Der Niederösterreicher wurde kurz vor 2.00 Uhr von einem Kollegen vor dem Zwinger gefunden. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 14. November 2019 (11:06)
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Die beiden Belgischen Schäferhunde wurden wieder eingesperrt. Das Bundesheer richtete eine Unfallkommission ein und bekundete den Angehörigen seine tiefe Anteilnahme.

Was in der Nacht genau passiert ist, muss erst ermittelt werden. Der 31-Jährige gebürtige Badener, der zuletzt in Mödling gelebt haben soll, war gegen 16.00 Uhr zur Zwingeranlage aufgebrochen, um die fünf Hunde in der Kaserne zu betreuen. Er war an diesem Abend für die Betreuung, also Auslauf und Fütterung, der Tiere zuständig. Sein eigener Diensthund blieb im Fahrzeug zurück.

Franz Baldauf

Der Großteil der Jagdkommando-Soldaten der Flugfeld-Kaserne befand sich auf einer Übung in der Steiermark, sagte Bundesheersprecher Michael Bauer der APA. In der Nacht bemerkte der diensthabende Offizier dann die zwei freilaufenden Belgischen Schäferhunde. Ein Tier ist bereits fertig ausgebildet, das zweite erst rund sechs Monate alt, erläuterte der Sprecher. Der Offizier weckte einen Hundeführer auf, der die beiden Tiere wieder versperrte und den toten Kollegen fand. Dieser hatte massive Bisswunden erlitten.

Seit 2017 als Hundeführer tätig

Der Oberwachtmeister war seit 2017 als Hundeführer tätig. Seine Angehörigen und die Kameraden werden vom Heerespsychologischen Dienst betreut. Die Polizei ermittelt. Das Bundesheer richtete eine Unfallkommission mit einem Veterinärmediziner, einem Arzt und einem Juristen ein.

Thomas Lenger  /  - www.monatsrevue.at

Derzeit verfügt das Österreichische Bundesheer über 70 Militärhunde. Davon sind 41 Rottweiler, 15 Belgische und fünf Deutsche Schäferhunde sowie neun Labradore. Ausgebildet werden die Tiere im Militärhundezentrum in Kaisersteinbruch im Burgenland. Im Anschluss werden sie auf mehreren Dienststellen und auch im Ausland verwendet.

Tatortgruppe hat Ermittlungen aufgenommen

Die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich hat die Ermittlungen nach der tödlichen Hundeattacke in Wiener Neustadt übernommen. Am Donnerstag wurden Spuren gesichert. Beim Opfer handelt es sich um einen 31-Jährigen aus dem Bezirk Mödling, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager. Auch die Staatsanwaltschaft sei in die Erhebungen eingebunden. Eine Obduktion soll angeordnet werden.

Thomas Lenger  /  - www.monatsrevue.at

Eine Streife des Stadtpolizeikommandos Wiener Neustadt wurde laut Polizeiangaben kurz nach 2.00 Uhr zur Jagdfeldkaserne gerufen. Der Soldat soll die Hunde gefüttert haben, zwei Tiere dürften den Mann tödlich verletzt haben. Wann dies passierte, war vorerst nicht bekannt und Gegenstand von Ermittlungen.