Viele Menschen nutzen die Wiener Wärmestuben. Die Wärmestuben in den Wiener Pfarren dienen in der kalten Jahreszeit als Anlaufstelle für Hilfesuchende, Einsame und Obdachlose. Der erneute Wintereinbruch führte nun zu einem großen Andrang, wie Klaus Schwertner, der geschäftsführende Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien, am Mittwoch im Zuge eines Medientermins berichtete. Im vergangenen Winter zählten die Wärmestuben 14.350 Besuche an 307 Tagen, seit Dezember 2020 sind es bereits rund 3.300 Besuche.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 27. Januar 2021 (11:52)
Besuch einer Wärmestube bei der Caritas
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Je länger die Coronavirus-Pandemie dauere, desto mehr Menschen würden unter Druck geraten, sagte Schwertner: "Viele sind aktuell auf Hilfe angewiesen. Die Kälte und die Auswirkungen der Gesundheitskrise und ihre sozialen Folgen, machen den Gästen zu schaffen. Die Wärmestuben sind auch eine wichtige Ergänzung, wenn es darum geht, die Angebote der Wohnungslosenhilfe zu entlasten."

Außerdem würden viele Menschen unter der pandemiebedingten Isolation leiden: "Einsamkeit ist ein Thema, das für viele Menschen schon vor Corona ein Problem war. Durch Corona hat sich die Situation noch einmal dramatisch verschlimmert. In den Wärmestuben finden die Gäste ein offenes Ohr und können mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über ihre Sorgen reden."

Die Besucher der Wärmestuben sind vielschichtig: Mindestpensionistinnen und -pensionisten, die zwar eine kleine Wohnung oder ein Zimmer haben, bei denen aber das Geld für das Heizen fehlt, zählen ebenso dazu wie Obdachlose oder Menschen, die sich einsam und alleine fühlen.

Insgesamt gibt es in Wien 27 Wärmestuben der Pfarr-Caritas, die tagsüber ihre Türen für Besucher geöffnet haben. Unabhängig von Herkunft, Religion oder Notsituation bieten die Pfarren ihren Gästen einen Zufluchtsort vor der Kälte und laden oft auch auf ein warmes Essen ein. Rund zwei Drittel der Besucher sind Stammgäste.

Die Coronavirus-Pandemie hat natürlich Auswirkungen auf den laufenden Betrieb. Dazu wurde ein detailliertes Hygienekonzept ausgearbeitet. Dieses sieht u.a. das Tragen von FFP2-Masken, Contact-Tracing, Platzkarten sowie Abstandsregeln vor. Der Betrieb in den Wärmestuben wird von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Laufen gehalten. Im Vorjahr unterstützten 850 Menschen das Angebot.

Geplant ist, dass die Wärmestuben bis Ende März offen halten. Sollte es die Situation aber erfordern, würde länger offen gehalten werden, hieß es. Der Andrang ist laut Schwertner übrigens derzeit nicht nur in den Wärmestuben groß: "Es gibt in den Notquartieren der Stadt gemeinsam mit den Hilfsorganisationen aktuell noch 80 freie Plätze für akut obdachlose Menschen. Die füllen sich auch zunehmend."