Raceboarder mit alten Bekannten, aber neuem Trainerteam. Mit praktisch allen bekannten Fahrern, aber einem neuen Trainerteam starten Österreichs Snowboarder am Wochenende in Russland in den Parallel-Weltcup.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 05. Dezember 2019 (13:50)
Riegler und Prommegger sind wieder "am Board"
APA (dpa/Archiv)

Mit Andreas Prommegger (39), Benjamin Karl (34) und der bereits 46-jährigen Claudia Riegler sind alle Routiniers weiter mit "am Board". Los geht es erstmals im russischen Süd-Ural. Weltcup-Gesamtsiegerin Ester Ledecka fehlt dort aber. Die Tschechin legt auch diesen Winter auf zwei Brettern los. Die weiter auf zwei Hochzeiten tanzende Super-G-Olympiasiegerin startet bei den Alpinski-Damen in Lake Louise und will auch weitere Alpinbewerbe absolvieren.

"Damit wird es schwierig, auf einem Brett nochmals Weltcup-Kristall zu holen", weiß die Pragerin. "Im Snowboard gibt es diesmal so viele Rennen, dass es hart wird. Selbst wenn ich alle Rennen, an denen ich teilnehme, gewinne", fürchtet die Atomic-Fahrerin, die jetzt auch der Red-Bull-Familie angehört. Vergangenen Winter hatte Ledecka drei Snowboard-Weltcups ausgelassen. "Und es ist sich nur noch sehr knapp ausgegangen."

Österreichs Raceboardern hingegen taugt der zwölf Stationen und 32 Wettbewerbe umfassende Weltcup-Kalender, der im Jänner auch die Heim-Events in Lackenhof (5./6.) und Bad Gastein (14./15.) beinhaltet. Neu ist das Trainerteam mit Headcoach Hansjörg Berger, Co-Trainer Markus Apperle und Servicemann Ortwin Zitek. Damit kam es zu einer Art "Reset", auch die Saison-Vorbereitung lief etwas anders. Der letzte Feinschliff passierte nicht in den USA sondern in Schweden. Und zwar in Funäsdalen, wo die ehemalige Skirennläuferin Kajsa Kling Pistenchefin ist, sowie in Ramundberget.

"Wir sind bei minus 20 Grad und harter Piste ebenso gefahren wie bei plus zwei Grad und Neuschnee. Dazu haben wir auf verschieden steilen Hängen trainiert und die Kurse einmal drehender und dann wieder gerader gesetzt. Es war also alles dabei, was auch während der Saison auf uns zukommen könnte", fasste Cheftrainer Berger die letzte Phase der Vorbereitung zusammen.

Schweden statt USA wurde auch gewählt, um die Reisestrapazen im Zaum zu halten. Denn los geht der Weltcup im russischen Bannoje nahe Magnitogorsk im Süd-Ural und daher vier Stunden Zeitunterschied mit einem Parallel-Riesentorlauf (Samstag) und einem Parallelslalom (Sonntag/jeweils 9.00 Uhr MEZ und live in ORF 1). Russland pusht dank Andrej Sobolew und Weltmeister Dmitrij Loginow Snowboard nach wie vor und wird kurzfristig auch einen Flutlicht-Parallelslalom am 1. Februar 2020 in Moskau durchführen.

Vierfach-Weltmeister Karl zog nach der Vorbereitung positiv Bilanz. "Meine Teamkollegen pushen mich dazu, auch mit 34 immer noch besser und schneller zu werden", sagte der Niederösterreicher. Der dreifache Gesamtweltcup-Sieger Prommegger wiederum weiß, dass der Kampf um die große Weltcupkugel immer zäher wird. "Du darfst dir aufgrund der Dichte kein Rennen ohne Punkte leisten."

Bei den Damen bestreitet die Weltcup-Dritte Sabine Schöffmann ihre zehnte Weltcup-Saison. Die 46-jährige Claudia Riegler startet in Bannoje sogar schon in ihre 26. "Ich habe immer noch riesige Freude am Snowboarden und möchte auch in dieser Saison zeigen, dass ich um die Topplätze mitfahren kann", sagte die Salzburgerin, die vergangenen Jänner mit ihrem Slalom-Triumph in Bad Gastein für eine rot-weiß-rote Snowboard-Sternstunde gesorgt hat.

ÖSV-Aufgebot für den Parallel-Weltcup-Auftakt in Bannoje/Russland: Damen (4): Jemima Juritz, Sabine Schöffmann, Daniela Ulbing (alle K), Claudia Riegler (S). Herren (8): Arvid Auner, Sebastian Kislinger (beide ST), Aron Juritz, Fabian Obmann, Alexander Payer (alle K), Benjamin Karl (NÖ), Lukas Mathies (V), Andreas Prommegger (S).