Österreichs Einzelhandel mit 1 Mrd. Umsatzminus im März. Der stationäre Einzelhandel hat laut Schätzungen der KMU Forschung Austria allein in der ersten Woche der Geschäftsschließungen in der Coronavirus-Krise rund eine halbe Milliarde Euro Umsatzentgang erlitten. Dies gab Karin Gavac von der KMU am Mittwoch auf APA-Anfrage bekannt. Insgesamt könne man für März eine Milliarde ansetzen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 25. März 2020 (15:36)
Viele Geschäfte müssen momentan auf Online-Verkäufe setzen
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Erhoben wurden die Zahlen für den Zeitraum vom 16. bis 21. März, also der ersten Arbeitswoche, in der die Regierungsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus voll gegriffen haben. Herausgerechnet wurden hierbei natürlich die der kritischen Infrastruktur zuzuzählenden Branchen wie der Lebensmittelhandel, Apotheken usw., die ja weiterhin geöffnet haben dürfen.

"Vermutlich ist es so, dass dadurch der Internet-Einzelhandel viel mehr Umsatz machen wird. Ein Teil wird sicher auch aus dem Internethandel eingehen", glaubt Gavac. Der Rückgang müsse auch nicht für immer verloren sein. "Der österreichische Einzelhandel könnte profitieren, wenn es schwieriger wird, gewisse Dinge aus dem Ausland zu bekommen", sprach die Forscherin u. a. zuletzt bekannt gewordene Liefereinschränkungen vom Versandgiganten Amazon an.

Gavac rechnet mit einer weiteren Steigerung der - vorerst virtuellen - Verluste bzw. Rückgänge. "Für die nächste Woche im März kann man noch einmal 500 Millionen dazugeben, es wäre im März also eine Milliarde. Im April wird es sogar noch mehr, weil da von den Geschäften noch mehr Umsätze gemacht werden." Gavac spricht als Beispiel die Frühjahrsmode im Bekleidungs- und Schuhhandel an. In einer nächsten Erhebung soll allerdings auch abgefragt werden, wie stark der Umstieg der nun geschlossenen Geschäfte in den Online-Handel ausgefallen ist bzw. kleinere Unternehmen auf Lieferdienste umgestiegen sind.

Basis der Berechnungen für die vergangene Woche waren durchschnittlich 8,2 Prozent des Jahresumsatzes im März in Österreich in den vergangenen drei Jahren. Dies wurde dann auf die einzelnen Einkaufswochen heruntergerechnet.