Shiffrin hat "große Ziele", aber "keine Garantien". Weltcup-Dominatorin Mikaela Shiffrin greift schon am Dienstag ins WM-Geschehen ein. Die Vorzeige-Skiläuferin aus den USA ist eine der Anwärterinnen auf Super-G-Gold, hat Shiffrin doch bei ihren drei Starts in dieser Saison jedes Mal den Sieg geholt. "Ich habe große Ziele bei der Weltmeisterschaft, aber es gibt keine Garantien", betonte die 23-Jährige vor ihrer Anreise.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 04. Februar 2019 (14:58)
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Shiffrin könnte zur großen WM-Heldin werden

Am Samstag war Shiffrin in Maribor noch im Slalom-Einsatz und holte ihren 56. Weltcup-Sieg. Danach ging es im Privatjet Richtung Schweden, wo am Montag das erste Abfahrtstraining auf dem Programm stand. "Der Sieg vom Samstag ist gut für das Selbstvertrauen, aber ich muss auch vorsichtig sein, das nicht für selbstverständlich zu halten. Jedes Rennen ist ein Fight, und jeder Sieg ist ein Fight", blickte die überlegene Weltcup-Gesamtführende voraus. Ohnehin gehe es nicht um das Gewinnen. "Es geht darum, meine besten Schwünge zu fahren."

Shiffrin kann in Aare in mindestens vier Bewerben reüssieren: Super-G, Kombination, Riesentorlauf und Slalom. Bei Abfahrt und Teambewerb geht die Tendenz dahin, nicht anzutreten. "Ich weiß es noch nicht", meinte Shiffrin. "Ich werde es wohl erst nach dem Super-G wissen, was ich mache." In dieser Disziplin hat sie im Weltcup-Winter in Lake Louise, St. Moritz und Cortina d'Ampezzo triumphiert. Das Abfahrtstraining am Montag ließ sie aus.

Ihr Programm genau zu überdenken, ist für die Dame aus Colorado auch bei der Weltmeisterschaft Pflicht. Drei Tage nach dem WM-Slalom am 16. Februar geht es am Dienstag bereits wieder mit einem City Event in Stockholm weiter, am folgenden Wochenende stehen in Crans Montana Abfahrt und Kombination auf dem Programm. "Es ist ein dichter Kalender, das ist sicher", sagte Shiffrin. "Du musst wissen, wie du dir deine Energie gut einteilst, aber wir haben solche Abfolgen öfter in der Saison. Es ist nicht ganz neu."

Ihre außergewöhnliche Saison kann Shiffrin heuer auch noch mit einem neuen Weltcup-Punkterekord krönen. Den hält seit der Saison 2012/13 die Slowenin Tina Maze, die es auf 2.414 Punkte brachte. Shiffrin steht momentan bei 1.694 Zählern, womit sie auf Kurs läge. Abhängig ist das Unterfangen aber freilich davon, wie viele Rennen sie in der Saison noch bestreiten will. Von den drei noch angesetzten Abfahrten wird Shiffrin wohl nicht alle fahren, so werden ihr am Ende voraussichtlich sieben bis neun Events bleiben, um den Rekord zu knacken - was es nicht einfach macht.

Beschäftigen wolle sie sich damit aber noch nicht. Auch aus dem Grund, weil sie den Rekorden nicht so viel Bedeutung beimesse. "Die Zahlen entmenschlichen das, was wir alle tun", erklärte Shiffrin. "Die Leute sagen, es ist langweilig, wenn immer dieselbe Person gewinnt. Aber für mich und für uns alle im Wettkampf ist es nicht langweilig." Es gebe immer "ein neues Ziel, um besser zu werden, und die Konkurrenz ist immer stark". Jedes Rennen sei eine neue Herausforderung. "Es ist spannend, es ist nervenaufreibend, und es gibt niemals eine Sicherheit."