Niederösterreich hat bei Energiewende die Nase vorn. Beim Wohnbaucheck der Umweltorganisation Global 2000 liegt das blau-gelbe Bundesland mit Salzburg und Vorarlberg an der Spitze, auch wenn noch mehr getan werden sollte. Der Ausstieg aus den Ölheizungen ab 2020 aus Klimaschutzgründen stellt alle Bundesländer vor neue Herausforderungen.

Erstellt am 18. April 2018 (08:02)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
guteksk7/Shutterstock.com

Es kommt nicht alle Tage vor, dass Niederösterreich von einer Umweltschutzinstitution gute Noten bekommt. Genau das ist jetzt beim Wohnbaucheck von Global 2000 passiert. Niederösterreich ist dabei gemeinsam mit Salzburg und Vorarlberg bei der Umsetzung der Energiewende im Wärmebereich an der Spitze. Das ist das Ergebnis bei einer Untersuchung der Öko-Organisation nach neun Kriterien, die jetzt vorliegt.

In Niederösterreich, Salzburg und Vorarlberg wurden besondere Anstrengungen beim Ausstieg aus der fossilen Energie sowie mit Abstrichen bei der Steigerung der Gebäudeeffizienz unternommen, stellte Global 2000 beim Gebäudecheck, der heuer zum zweiten Mal durchgeführt wurde, fest.

Johannes Wahlmüller, Klimaexperte bei Global 2000, warnt jedoch gleichzeitig, dass durch den geplanten Ausstieg aus österreichweit 700.000 Ölheizungen bereits neue Probleme und Anforderungen auf die Bundesländer zukommen. Die Klimastrategie der Bundesregierung sieht ab 2020 schrittweise den Ausstieg aus Ölheizungen vor. Bei Wohnbaucheck lagen Wien, Oberösterreich und Kärnten knapp hinter dem Führungstrio.

Zu wenig Fördergeld für thermische Sanierung von Gebäuden

Bei der Steigerung der Effizienz der Wärmenutzung sieht Global 2000 in allen Bundesländern Handlungsbedarf. In diesem Punkt hinkt Niederösterreich hinterher. Im blau-gelben Bundesland weisen Gebäude nach einer Sanierung im Durchschnitt den höchsten Energieverbrauch in ganz Österreich auf, wie aus dem Wohnbaucheck hervorgeht.

Insgesamt weisen die Bundesländer nur rund 15 Prozent der Wohnbaumittel für die thermische Sanierung von Wohngebäuden auf. Diese geringe Sanierungsaktivität widerspricht nach Ansicht von Global 2000 den Zielen der Bundesländern für eine Steigerung der Sanierungen. Generell müsse mehr Geld für die thermische Sanierung aufgewendet werden, um die Energiewende zu schaffen.