Und plötzlich wurde Elias geholt

Mogersdorfs Fußballspieler Elias Zafari wurde Sonntag früh von Polizeibeamten abgeholt. Ihm droht nun die Abschiebung.

David  Marousek
David Marousek Erstellt am 02. Februar 2020 | 12:31
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Ex-Mogersdorf-Trainer Manfred Deutsch, Spieler Patrick Schreiner und Patrick Lex kämpfen für Elias Zafari.
Foto: David Marousek

Betreuerin Silvia Dolmanits ist noch immer geschockt. Ende Dezember versuchte sie (die BVZ berichtete), gemeinsam mit dem Fußballverein UFC Mogersdorf, Elias Zafari vor der Abschiebung zu bewahren. Diese Mühen könnten jetzt vergebens gewesen sein. Am Sonntag wurde er um 05.30 Uhr von Polizeibeamten aufgeweckt und abgeholt. Seit Februar 2016 ist Zafari in Mogersdorf, er flüchtete damals ,unter anderem wegen Problemen mit den Taliban, nach Österreich. Hier fand er im Sportverein zahlreiche Freunde und konvertierte außerdem zum christlichen Glauben. Dabei half ihm damals noch der mittlerweile verstorbene Jennersdorfer Pfarrer Monsignore Alois Luisser. "Eine Woche vor seinem Tod, hat mir Pfarrer Luisser noch gesagt, wie brav und gläubig die Jungs sind", erklärt Dolmanits.

Die Abholaktion miterleben musste auch elias Freund Matthias Bigi (früher "Azis"). "Matthias ist dann um sechs Uhr gleich zu meinem Haus gelaufen und hat am Fenster geklopft und gesagt sie hätten Elias abgeholt. Er ist noch immer geschockt", fasst Dolmanits den turbulenten Vormittag zusammen. Der Zeitpunkt hätte nicht schlechter sein können, denn zuvor legte das Betreuerteam einen außerordentlichen Einspruch beim Verfassungsgerichtshof ein. Am vergangenen Montag, also nur einen Tag nach der Abholaktion, wäre dieser zum Verwaltungsgerichtshof weitergeleitet worden. "Ich probiere schon die ganze Zeit ihn anzurufen, aber sie haben ihm das Handy abgenommen. Seit Stunden versuche ich Elias zu erreichen. Ich habe Angst das er abgeschoben wird. Wenigstens wo er ist, möchte ich wissen", verzweifelt Dolmanits. Als Christ müsste Elias Zafari, laut Betreuerin Silvia Dolmanits, in Afghanistan in ständiger Gefahr leben.