Wahlkartenbetrug in Jennersdorf: Ermittlungen laufen. Korruptionsstaatsanwalt überprüft Ungereimtheiten bei den Präsidentschaftswahlen. Wahlkartenbetrug steht im Raum.

Von Carina Fenz. Erstellt am 29. März 2017 (06:00)
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Gleich vorweg: Die Bundespräsidentenwahl muss nicht noch einmal wiederholt werden. Die erste Stichwahl vom 22. Mai des vergangenen Jahres gerät jetzt allerdings ins Visier der Justiz.

Ermittlungen gegen Jennersdorfer Altbürgermeister

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt bestätigte gegenüber der BVZ Ermittlungen gegen den Altbürgermeister der Stadtgemeinde Jennersdorf, Wilhelm Thomas (ÖVP), FPÖ-Landesgeschäftsführerin Petra Wagner und Michael Kristan, FPÖ-Gemeinderat in Jennersdorf. Sie werden des Wahlkartenbetrugs verdächtigt. Vorausgegangen ist den Ermittlungen eine anonyme Anzeige.

Der Vorwurf: Die drei Beschuldigten hätten, indem sie mit Gemeindebürgern die Ausstellung von Wahlkarten beantragten, diese in der Folge gemeinsam ausfüllten und dadurch Wahlergebnisse verfälschten, das Vergehen der Fälschung bei einer Wahl begangen. Gegen Wilhelm Thomas wird zusätzlich in seiner Funktion als Vorsitzender der Gemeindewahlbehörde auch der Verdacht des Amtsmissbrauchs geäußert. Alle drei Beschuldigten, für sie gilt die Unschuldsvermutung, werden diese Woche von der Polizei einvernommen, sie bestätigen gegenüber der BVZ die Ermittlungen.

„Ich blicke der Angelegenheit mit Gelassenheit entgegen, weil ich unschuldig bin."Wilhelm Thomas

„Ich blicke der Angelegenheit mit Gelassenheit entgegen, weil ich unschuldig bin. Ich bin es in meiner sehr langen politischen Laufbahn schon gewöhnt, dauernd an den Pranger gestellt zu werden, letztendlich erweisen sich aber immer alle Vorwürfe als falsch und das wird auch in der aktuellen Causa wieder so sein“, verteidigt sich Wilhelm Thomas.

BVZ

Von den Ermittlungen ebenfalls überrascht zeigt sich Michael Kristan. „Ich werde meine Unschuld beweisen, ich habe nicht betrogen, dazu gäbe es auch gar keinen Grund“, sagt der FPÖ-Gemeinderat gegenüber der BVZ. FPÖ-Landesgeschäftsführerin Petra Wagner verweist auf das laufende Verfahren und hält sich mit ihrer Aussage noch zurück: „Wenn ich weiß, um was es eigentlich geht, dann werde ich zu den Vorwürfen Stellung nehmen und meine Unschuld darlegen.“