Wirbel um Schmutz im Wasser in Raab. Via Facebook ging zuletzt ein Beitrag viral, der zeigte, wie tiefschwarzes Wasser aus einem Kanal in die Raab gepumpt wurde.

Von David Marousek. Erstellt am 29. April 2021 (06:03)
Symbolbild
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Eine Kanalröhre, die schwarzes Wasser in den Fluss Raab pumpt - Fotos und Videos kursierten zuletzt in den sozialen Medien. Fast 600 Mal wurde der Beitrag auf Facebook geteilt. Das rüttelte nicht nur Naturschützer wach. Die Vermutung lag nahe, dass hier verschmutztes Wasser von der nahen Lederfabrik Boxmark in die Raab geleitet wird.

Fehlende Schwebstoffe machen Wasser dunkler

Die BVZ fragte beim Lederfabrikanten nach, wie es zur dunklen Färbung des Wassers kommt. „Die hohe Reinigungsleistung der Kläranlage bewirkt, dass das gereinigte Abwasser so gut wie keine Schwebstoffe enthält. Das Fehlen dieser Bodenteilchen und Pflanzenreste führt dazu, dass das einfallende Licht nicht reflektiert wird. Das gereinigte, leicht bernsteinfarbene Abwasser erscheint daher beim Einleiten in die Raab rund um die Auslassstelle dunkler“, heißt es in der Antwort des Unternehmens.

„Die hohe Reinigungsleistung der Kläranlage bewirkt, dass das gereinigte Abwasser so gut wie keine Schwebstoffe enthält.“

Lederfabrik Boxmark bezüglich des dunklen Wassers der Raab.

Dieses Phänomen sei laut Boxmark auch in der Natur zu beobachten, wie in der Drei-Flüsse-Stadt Passau. Weiters betont das Unternehmen, dass alle Standorte der Ledererzeugung „modernste biologische Kläranlagen“ betreiben. Diese würden permanent elektrisch überwacht werden und täglich im Labor überprüft werden, auch per Fremdüberwachung durch Behörden und die Technische Universität Wien.

Infotafel wird an Ort und Stelle errichtet

Laut Boxmark würden alle „fremdüberprüfenden Behörden und Institute“ bestätigen, „dass wir die vorgegebenen Grenzwerte nicht nur einhalten, sondern teilweise beträchtlich unterschreiten.“

Bürgermeister Reinhard Deutsch bestätigt: „Es gibt regelmäßige, verpflichtende Kontrollen. Dieses Thema kommt immer wieder einmal auf.“ Unter anderem die BVZ-Nachfrage wird jetzt vom Unternehmen zum Anlass genommen, „an Ort und Stelle eine Infotafel anzubringen, um letztlich unbegründete Umweltsorgen vorwegzunehmen“, heißt es vom Unternehmen.