Weitere Verzögerungen bei S7: Bau liegt erneut auf Eis

Die Revision gegen den Wasserrechtsbescheid kippte die Pläne für den Baustart der Schnellstraße Ende April. Die Asfinag hält am Projekt aber weiter fest.

Carina Fenz
Carina Fenz Erstellt am 26. April 2017 | 06:00
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_6817352_owz04cari_s7_streckengrafik.jpg
Schnellstraße vor Baustart. 28 Kilometer lang soll die S7 werden und vom Knoten Riegersdorf bei der A2 über Fürstenfeld bis zur ungarischen Staatsgrenze bei Heiligenkreuz führen. Mit zwei Tunneln und 24 Brücken liegt der Kostenpunkt bei 630 Millionen Euro.
Foto: zVg/Asfinag

Die unendliche Geschichte der umstrittenen Fürstenfelder Schnellstraße (S7) ist um ein Kapitel reicher. Der Verwaltungsgerichtshof kippte nach drei Jahren Verfahrensdauer vergangene Woche, genau eine Woche vor dem Baubeginn der Baustraße, den Wasserrechtsbescheid — das Projekt verzögert sich jetzt mindestens um ein Jahr.

Wasserrechtsbescheid muss erneut beantragt werden

Die Gegner der Schnellstraße rund um Johann Raunikar hatten 2014 eine außerordentliche Revision gegen diesen Bescheid beim Höchstgericht angestrebt und nun Recht bekommen. Die Asfinag muss jetzt beim Bundesverwaltungsgericht noch einmal diesen Wasserrechtsbescheid beantragen, damit dann alle rechtskräftigen Genehmigungen erreicht sind, um tatsächlich mit dem Bau beginnen zu können. Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht dauern zwischen sechs bis zwölf Monate, „da die Gegner aber sicher wieder Einsprüche erheben werden, wird sich das Projekt vermutlich noch länger hinauszögern“, heißt es von der Asfinag.

Verzörgerung sorgt für Mehrkosten in Millionenhöhe.

Insgesamt sind 630 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt, durch die Verzögerungen kam es aber zu massiven Mehrkosten in Millionenhöhe. Sollte es im Jahr 2018 tatsächlich grünes Licht für das Projekt geben, könnte die S7 2023 fertig sein. Zur Zeit sind – betreffend das Vorhaben S7, Abschnitt West – zwei weitere Revisionen der Bürgerinitiative „Allianz gegen die S7“ beim Verwaltungsgerichtshof und die Beschwerde eines engagierten Bürgers beim Verfassungsgerichtshof anhängig.

„Die Menschen im Bezirk Jennersdorf haben jedes Verständnis für die langjährige Blockade des Baus der S7 verloren. Niemand kann mehr nachvollziehen, warum eine ganze Region permanent in ‚Geiselhaft‘ einer kleinen Gruppe von Verhinderer gehalten werden kann“, zeigt sich SPÖ-Landtagsabgeordneter Ewald Schnecker entrüstet.