Mühlgrabener baute sich einen eigenen Winterpark. Andreas Knaus hat sich in Mühlgraben sein eigenes Winterparadies geschaffen. Schneekanonen bis hin zu Gondeln stehen in seinem Garten zur Besichtigung.

Von David Marousek. Erstellt am 12. September 2020 (05:27)

Eigentlich ist das Burgenland ja nicht als Wintersportland bekannt. Während es in Kukmirn zwar eine Skipiste gibt, fristet der Wintersport im Landessüden eher eine untergeordnete Rolle neben dem traditionellen Fußball und dem Stocksport. Nicht so in Mühlgraben. Nachdem der Ort mit den Brüdern Florian und Sebastian Jud schon zwei internationale Snowboarder rausgebracht hat, gibt es nun eine weitere Attraktion. Andreas Knaus, vom Zivilberuf Maurer, hat sich hier ein eigenes Winterparadies geschaffen.

Seilbahnfaszination hat als Kind begonnen

Schon mit sechs Jahren hat Andreas Knaus das Seilbahn-Fieber gepackt. „Beim Skifahren hat alles angefangen. Ich habe dann mit dem Modellbau angefangen“, erklärte Knaus. Eine Karriere bei einem Seilbahnunternehmen schlug er aus, dazu müsse man in Vorarlberg oder Tirol wohnen. Irgendwann kontaktierte ihn dann die berühmte Seilbahnfirma Doppelmayr aufgrund seiner Modelle und schickte ihm erste gebrauchte Originalteile. Zuletzt fanden immer mehr ausgemusterte Teile ihren Weg nach Mühlgraben. Neben zahlreichen Skiliften, Seilbahnkabeln und einer Gondel, stehen sogar einige Schneekanonen im Garten des 26-Jährigen. „Die ist voll funktionstüchtig“, lachte Knaus, eingeschaltet wurde sie von ihm jedoch noch nie. Mit einem Feuerwehrschlauch und Starkstrom könnte die Schneekanone (siehe Bild rechts) Mühlgraben in ein Winterparadies verwandeln. Im Herbst folgt jetzt wohl noch eine weitere Schneekanone, die sogar mit einem Gartenschlauch funktionieren würde.

Eine Gondel war sogar ein Weltenbummler

Mittlerweile hat Andreas Knaus auch so ziemlich jede Auszeichnung für Seilbahnparks bekommen, die es zu gewinnen gibt. „Die Konkurrenz ist aber auch nicht sehr groß. Solche Schneekanonen hat, glaube ich, sonst keiner zuhause“, erklärte der Seilbahnpark-Chef. Mitten im Park steht außerdem eine 6er Gondel von der Planaibahn. Mit dieser könnten unter anderem auch Skistars wie Marcel Hirscher oder Aksel Lund Svindal gefahren sein. Auch beim Nightrace in Schladming 2013 war diese Gondel kurz im Einsatz. Kurz zuvor wurde sie noch ins argentinische Skigebiet Las Lenas gebracht.

Direkt daneben findet sich ein 8er-Sessellift, dessen Sitze übersteigen mit Kosten von 17.000 Euro wohl so manche Jahresgehälter in Österreich. Auch das war ein Geschenk der Herstellerfirma. Der Seilbahnpark von Andreas Knaus kann laut Betreiber jederzeit besucht werden. Bei jedem Ausstellungsstück hat der Mühlgrabener informative Tafeln angebracht, die Historisches über das Objekt erzählen. Zu finden ist der Park von Minihof-Liebau kommend am Ortsbeginn von Mühlgraben.