Teure Rechnung für geringe Leistung am Telefon. Pensionist konnte dank Hilfe des Konsumentenschutzes von einem Verkauf zurücktreten

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 22. November 2017 (05:38)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Erste Hilfe per Telefon
APA (dpa/Symbolbild)

Herr Thomas S. aus Rudersdorf genießt seit Beginn des Jahres seine Pension in vollen Zügen. Vor einigen Tagen bekam er einen Anruf von einer Firma die gesundheitsfördernde Produkte verkauft. Da Herr S. sehr auf seine Gesundheit achtet, ließ er sich von der Dame am Telefon in ein Gespräch verwickeln.

Zu Beginn wurden von der Dame am Telefon nur allgemeine Fragen zur Gesundheit und dem Interesse an gesundheitsfördernden Produkten gestellt. Im Zuge des Telefonats überzeugte die Verkäuferin jedoch Herrn S. gekonnt davon, eine Bestellung zu tätigen. Über den Preis wurde nicht geredet. Einige Tage später bekam Herr S. Post, der Inhalt war zwar sehr spärlich, jedoch war die Rechnung dafür umso üppiger. Die Rechnungssumme belief sich auf mehrere Hundert Euro für drei kleine Packungen Nahrungsergänzungsmittel.

Konsumentenschutz wurde aktiviert

Herr S. wandte sich daraufhin an den Konsumentenschutz des Landes. Die Konsumentenschützer unterstützten Herrn S. bei der Formulierung einer Rücktrittserklärung. Das Unternehmen lenkte daraufhin ein und stornierte die Rechnung. Herr S. durfte die erhaltenen Nahrungsergänzungsmittel sogar kostenfrei behalten.

„Wird ein Verbraucher ohne sein Zutun von einem Unternehmer telefonisch kontaktiert, besteht grundsätzlich ein gesetzliches Rücktrittsrecht“, erklärt Konsumentenschutz-Landesrätin Verena Dunst.

Die Frist zur Ausübung dieses Rücktrittsrechts betrage in der Regel 14 Tage und beginne bei Dienstleistungsverträgen mit dem Tag des Vertragsabschlusses, bei Kaufverträgen hingegen erst mit dem Tag des Erhalts der Ware. „Wurde der Verbraucher über sein Rücktrittsrecht nicht oder nicht ausreichend vom Unternehmer informiert, so verlängert sich die 14-tägige Frist um weitere zwölf Monate.“