Burgenlandcard: Ochsenhofer will „faire“ Beurteilung

Zwischen Südburgenland-Tourismus und einigen Betrieben brodelt es.

Erstellt am 15. Oktober 2021 | 05:14

Bereits in der Vorwoche berichtete die BVZ im Stegersbach-Teil über den Zwist bezüglich der touristischen Stegersbach-Website. Auch in Jennersdorf gibt es bei manchen Nächtigungsbetrieben ähnliche Gefühle.

„Es passiert in Jennersdorf dasselbe wie in Stegersbach. Wir wollen die Website nicht sterben lassen, es gab sehr viel Einsatz und Ausgaben dafür“, erklärt Herbert Krbezek (Hotel Oase, Henndorf), Sprecher der „besorgten und verärgerten Nächtigungsbetriebe Jennersdorf und Stegersbach“. Dem entgegnet Martin Ochsenhofer, Südburgenland-Tourismuschef, entschlossen: „Die Websites sollen erhalten bleiben und auch aus dem Feratel [Anm. Datenbanksystem aller Beherberger und Ausflugspunkte] befüllt werden.“ Unterschiedlich sind auch die Ansichten bezüglich der neuen Südburgenlandcard inklusive 75 Euro Bonusticket. Kritiker wie Herbert Krbezek ist noch nicht überzeugt: „Der Gedanke ist sehr gut, aber in der jetzigen Form interessiert das keinen. Die Verquickung der Karte mit dem Bonusticket ist nicht fair. Ob das nicht dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht?“ Ähnlich sieht das Franz Strobl (Panoramahof, Grieselstein): „Das ist ein irrsinniges Problem für uns, weil Gäste abwandern. Die Karte ist nicht lohnend für uns, denn unser gesamter Gewinn wäre weg.“

Aktuell werden Betrieben pro Übernachtung zwei Euro für die Burgenlandcard verrechnet. Ochsenhofer dazu: „Nach nur wenigen Wochen zu behaupten alles ist schlecht, ist nicht fair. Das Bonusticket stand nie zur Debatte, im vergangenen Jahr war es eine Corona-Hilfe. Ich kann versprechen, dass es weitere Vorteile für die Burgenlandcard-Betriebe geben wird. Wir haben im Süden rund 60 Betriebe und die Zahl steigt stetig. Das Produkt braucht Zeit zu wachsen.“ Jennersdorf und Stegersbach sollen nicht „zerschlagen“ werden, es habe zuletzt „tolle Gespräche mit Werbestrategen“ gegeben. Neu aufgestellt werden soll der „Paradiesfrühling“ und auch das Tourismusbüro in Jennersdorf soll ab 1. November täglich geöffnet haben. Dazu werde bereits ein Mitarbeiter eingeschult.