Primärversorgungseinheit: Vorteil für Arzt und Patient. Das Raabtal bekommt das erste Gesundheitsnetzwerk des Burgenlandes. Drei Ärzte und Therapeuten koordinieren das optimale Gesundheitssystem.

Von Carina Fenz. Erstellt am 03. Januar 2019 (04:27)
Symbolbild
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„Der Start der ersten Primärversorgungseinheit (PVE) im Raabtal wird eine neue Ära in der medizinischen Gesundheitsversorgung im Burgenland einläuten“, davon ist Ernst Eicher, praktischer Arzt in Minihof Liebau überzeugt.

Gemeinsam mit Dr. Claudia Gombotz und Dr. Karl Schäfer wird er einer der drei federführenden Ärzte sein, die das erste Gesundheitsnetzwerk des Burgenlandes mit Mitte Jänner starten. Innerhalb von fünf Jahren will man das Netzwerk auf eine breite Basis aufbauen.

„Besonders der multidisziplinäre Ansatz wird künftig bei einem Hausarztbesuch eine breite Palette von medizinischen Fachbereichen bis hin zur Sozialarbeit anbieten.“ Dr. Ernst Eicher

Mit im Boot sind zahlreiche Personen aus Gesundheitsberufen, wie Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Diätologen, Ergotherapeuten sowie ein Sozialarbeiter, „beinhalten doch gesundheitliche Themenstellungen oft auch einen sozialen Aspekt“, erklärt Eicher. Aber auch das Rote Kreuz, Volkshilfe und Caritas sind mit dabei. Bis 2021 seien in ganz Österreich 75 derartige Zentren geplant.

Koordiniert wird die Primärversorgungseinheit im Raabtal von einer Gesundheitskoordinatorin. Die verbesserte Primärversorgung soll neue Maßstäbe setzen, die Ambulanzen entlasten und vor allem den Menschen vor Ort eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung bieten.

Enge interdisziplinäre Zusammenarbeit

Aber wie funktioniert das neue System für den Patienten? „Besonders der multidisziplinäre Ansatz wird künftig bei einem Hausarztbesuch eine breite Palette von medizinischen Fachbereichen bis hin zur Sozialarbeit anbieten“, erklärt Eicher. Unterm Strich wird das neue System einen einfachen Zugang zur medizinischen Versorgung sicherstellen. Es ist außerdem eine gute Ergänzung zum bewährten Hausarztsystem. Für Ernst Eicher liegen vor allem in der Möglichkeit der engen interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb der Primärversorgungseinheit eine interessante Aufgabe und große Chance.

„Das Zusammenwirken der Allgemeinmedizin mit anderen Gesundheitsberufen wird ein verbessertes Patientenservice ermöglichen und die umfassende Versorgung, beginnend von der medizinischen Diagnostik bis zur Behandlung und der Betreuung chronisch kranker Menschen bis hin zur Gesundheitsförderung, stärken“, so Eicher.

Die bestehenden Standorte der Ärzte und Therapeuten sollen in weiterer Folge nicht an einen Standort zusammengelegt werden.