Prozess: „Werde euch das Haus anzünden!“

Erstellt am 27. Februar 2022 | 04:59
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Ein zwölffach Vorbestrafter bedrohte eine Familie im Bezirk Jennersdorf, die er gar nicht kannte.
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Am 20. Juni 2021 bekam es ein Ehepaar aus dem Bezirk Jennersdorf mit der Angst zu tun: Ein Auto fuhr vor, ein ihnen unbekannter Mann stieg aus und fing an herumzuschreien.

Er werde den Familienvater zusammenschlagen und ihm „die Bude anzünden“, wenn er seinen Freund und dessen Familie nicht in Ruhe lasse.

Wegen dieser gefährlichen Drohung musste sich der 42-jährige Unruhestifter in der Vorwoche vor Gericht verantworten. Der zwölffach vorbestrafte Mann wurde aus der Justizanstalt Graz Jakomini vorgeführt, wo er eine Haftstrafe wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung verbüßt.

„Den Herrn kenne ich gar nicht“, sagte der Angeklagte. Am 20. Juni 2021 hatte er einen Freund besucht, der sich darüber beklagt hatte, dass ihn der später Bedrohte nicht in Ruhe lassen würde.

„Wir fuhren zur Tankstelle und wollten etwas trinken“, berichtete der Angeklagte. Zufällig sei man an dem Haus des Widersachers des Freundes vorbeigefahren. „Es hieß, da wohnt der Herr“, erinnerte sich der Angeklagte.

Er sei dann ausgestiegen und habe dem Hausherrn mitgeteilt, er solle seinen Freund in Ruhe lassen.

„Ich wollte die Streiterei aufklären und konnte nicht wissen, dass es aus dem Ruder läuft“, meinte der Angeklagte.

Es könne aber schon auch sein, dass er etwas vom „Reinhauen“ und möglicherweise auch vom „Haus anzünden“ gesagt habe. „Ich habe mich wo eingemischt, was mich nichts angeht, und werde bestraft“, gab sich der Angeklagte einsichtig. Der ihm unbekannte Mann als Zielscheibe der Drohungen war seiner Zeugenladung nicht gefolgt und blieb der Gerichtsverhandlung fern.

Der Angeklagte erhielt eine Zusatzstrafe von zwei Monaten Haft.

Angst um Frau und Kleinkind bekommen

Richterin Karin Knöchl sah den Tatbestand der schweren Nötigung erfüllt.

„Zwei Männer fuhren vor, einer fängt an zu schreien und zu schimpfen. Der Mann kriegt Angst um seine Frau und das Kleinkind und fürchtet sich vor Brandstiftung!“, fasste sie die Situation noch einmal zusammen. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

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