S7 verzögert sich um ein weiteres Jahr. Startschuss für Ost-Teil ist gefallen. Dennoch dauert die Fertigstellung bis 2024. Schuld ist unter anderem ein Schmetterling.

Von David Marousek. Erstellt am 01. Oktober 2020 (05:55)

Mit 29. September begann mit dem Abschnitt Ost, der zweite Teil des S7-Baus. Seit September 2018 wird bereits an der neuen Schnellstraße von Fürstenfeld bis Heiligenkreuz an der ungarischen Grenze gebaut. Mit der geplanten Schnellstraße soll die süd-östliche Region an die Autobahn A2 angebunden werden. Für den Ost-Abschnitt, wird die Bauphase in insgesamt vier Teile separiert. Insgesamt werden nur für den Ost-Abschnitt, rund 210 Millionen Euro an Investitionen aufgewendet. „Es ist eine wichtige Sache für unsere Region. Ich hoffe, der Bau wird nun zügig vorangetrieben“, erklärte Rudersdorfs Bürgermeister Manuel Weber.

Ost-Teil benötigt nun doch ein Jahr länger

Eigentlich war eine zeitgleiche Fertigstellung der beiden Abschnitte im Jahr 2023 geplant, doch nun verschiebt sich das Ende des Abschnitts zwischen Dobersdorf und Heiligenkreuz auf 2024. Für den „Wiesenknopf-Ameisenbläuling“, der in dieser Region vorkommt, müssen Ausgleichsflächen angelegt werden. Bis die Lebensflächen, die im steirischen Großwilfersdorf gekauft wurden, angelegt sind, könne das Bauvorhaben nicht fortgesetzt werden. Probleme seien dies laut ASFINAG jedoch keine: „Es ist eine von vielen Auflagen, die wir selbstverständlich erfüllen – für uns ist Umwelt- und Naturschutz eine Selbstverständlichkeit beziehungsweise. ein Anliegen, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht glaubt, weil wir ja Autobahnen bauen und erhalten.“ Zusätzlich sei Corona-bedingt der Baustart sowieso schon einige Monate zurückverschoben worden.

Brücken, Trassen und Wildquerungen

Neben einem Tunnel werden auch drei Großbrücken bis Juli 2023 errichtet. Diese werden im Taktschiebeverfahren errichtet, also direkt vor Ort betoniert und nur mehr eingeschoben. Für Königsdorf wird außerdem eine Unterflurtrasse mit rund 700 Metern Länge errichtet. Im Gebiet rund um Rudersdorf und Dobersdorf schließt der Ost-Teil außerdem an den rund 15 Kilometer langen West-Teil an. „Ich bin sehr froh darüber, dass der Bau der S7 nach einigen Verzögerungen jetzt so zügig vorangeht“, erklärte Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil.

Mit dabei beim Spatenstich, war der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer: „Mit der S7 gelingt es, die Steiermark besser mit dem Burgenland und Ungarn zu vernetzen.“ Sein Stellvertreter Anton Lang sah das ähnlich: „Wir sehen mit Freude, wie diese Schnellstraße jetzt seit zwei Jahren permanent wächst und freuen uns bereits darauf, wenn sie unsere zwei Bundesländer noch stärker zusammenwachsen lässt.“

„Wie ein Turbo für die regionale Wirtschaft“

Im Burgenland wird indes die Stärkung der Wirtschaft durch die S7 beschworen.„In einer Phase, in der viele Betriebe kaum Aufträge bekommen, sind die laufenden Arbeiten an diesem Mega-Projekt fast wie ein Turbo für die regionale Wirtschaft“, fasste Landesrat Heinrich Dorner zusammen. Die Gesamtinvestitionen für die S7 betragen in etwa 760 Millionen Euro. Der Abschnitt West wird ab Ende 2023 für den Verkehr freigegeben, die beiden Abschnitte sind dann Ende 2024 befahrbar.