Stichwahlen: Neusiedl am See und Jennersdorf umgefärbt. Farbwechsel in den beiden Bezirkshauptstädten Neusiedl am See und Jennersdorf: SPÖ und Liste JES lösen die ÖVP als Bürgermeisterpartei ab.

Von Pia Reiter und Michael Pekovics. Erstellt am 29. Oktober 2017 (17:39)
Pia Reiter
Elisabeth Böhm (SPÖ) ist die neue Bürgermeisterin von Neusiedl am See, hier am Bild mit ihrer Familie.

Die Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag haben in Neusiedl am See und Jennersdorf zwei handfeste Überraschungen geliefert: In beiden Bezirkshauptstädten hat die ÖVP den Bürgermeistersessel verloren - in Neusiedl am See an die SPÖ, in Jennersdorf an die Liste JES, deren Kandidat Reinhard Deutsch bei der Stichwahl sowohl von SPÖ als auch FPÖ unterstützt wurde.

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Deutsch kam auf 53,2 Prozent der Stimmen, Hirczy hingegen nur auf 46,8 Prozent. Damit hängte der Herausforderer den amtierenden Bürgermeister um insgesamt 188 Stimmen ab. In einer ersten Reaktion gegenüber der BVZ bedankte sich Deutsch bei seinen Wählern und versprach, "ein neues System, um die Geschicke der Gemeinde in erfolgreiche Bahnen zu lenken". In einer Aussendung zum Wahlerfolg gratulierte Deutsch seinem Konkurrenten Hirczy und versprach: "Ich werde auch diejenigen, die mir diesmal nicht ihre Stimme gegeben haben, würdig nach außen vertreten und lade alle ein, tatkräftig an der Weiterentwicklung von Jennersdorf mitzuwirken."

Die weitere politische Zukunft von Hirczy ist derzeit noch ungewiss. Am zweiten Wahlsonntag stand noch nicht fest, ob er als Vizebürgermeister zur Verfügung stehen würde: "Das entscheidet sich erst in den nächsten Tagen", so der Wahlverlierer gegenüber der BVZ.

Auch in Neusiedl am See, der wohl am stärksten umkämpften Stichwahl-Gemeinde, gibt es einen Wechsel im Rathaus. Elisabeth Böhm holt den Sieg für die SPÖ und dieser kann durchaus als historisch bezeichnet werden, ist sie doch die erste Frau an der Spitze der Gemeinde Neusiedl am See. 

Pia Reiter

Letztlich erhielt die SPÖ-Kandidatin 53,8 Prozent der Stimmen, Thomas Halbritter, der für die ÖVP antrat, kam bei den Stichwahlen auf 46,2 Prozent. Vier von fünf Wahlsprengeln gingen an Böhm. Insgesamt konnte sie 2.345 Wähler von sich überzeugen. Damit bekam sie um 332 Stimmen mehr als ihr Kontrahent Halbritter, der insgesamt 2013 Stimmen erhielt.