Henndorf: Schule, Kultursaal, Lebensmittelladen

Was soll aus der Henndorfer Schule werden? FPÖ und ÖVP beschlossen eine Schule und Veranstaltungssaal, JES hat andere Pläne.

David  Marousek
David Marousek Erstellt am 19. September 2021 | 05:15
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Die Henndorfer „Dorfschule“ darf weiter hoffen. Auch wenn uns das Thema sicher noch bis zur Gemeinderatswahl 2022 ständig begleiten wird.
Foto: Marousek

Durch die Stimmen der Freiheitlichen und der ÖVP beschloss der Gemeinderat in der Vorwoche die Sanierung der Henndorfer Volksschule. „Es wird seit über einem Jahr diskutiert. Seit dem Verkauf des KUZ gibt es keine Möglichkeit für kleine Veranstaltungen. Unser Ziel ist ein Veranstaltungssaal mit integriertem Schulbetrieb. Offen für Vereine, Kultur, Seminare und auch private Veranstaltungen. Anschließend wird ein Verein gegründet, der die Obsorge übernimmt“, erklärte Vizebürgermeisterin Gabriele Lechner (ÖVP) zu Beginn.

Ihr Konterpart Josef Feitl (JES) war irritiert: „Dass das Gebäude erhalten werden soll, darüber waren wir uns immer einig, aber auch darüber, dass keine Schule mehr dort entstehen soll. Das Projekt wird eine Million kosten. Wir sind die einzige Stadtgemeinde im Burgenland, als kleinster Bezirksvorort, der sich drei Volksschulen leisten soll?“ FPÖ-Gemeinderätin Gerda Poglitsch entgegnete, dass Henndorf „prädestiniert für Zuzug“ sei, da auch die S7 nicht mehr weit entfernt sei.

Bürgermeister Reinhard Deutsch (JES) dazu: „Wir haben klare Zahlen, auch wenn das keiner hören will. Wir haben Aussagen von Eltern, die sagen, dass ihr Kind sicher in Jennersdorf in die Schule gehen wird. Franz [Anm. Müller, ÖVP], du hast mehrmals gesagt, wenn das Projekt mehr als 150.000 Euro kostet, ist es für dich gestorben.“ Müller entgegnete: „Das habe ich immer gesagt, wenn es nur für eine Schule ist. Dazu stehe ich. Das ist jetzt eine andere Situation.“ Deutsch abschließend: „Das Projekt geht sicher nicht durch die Gemeindeaufsicht, davon bin ich überzeugt. Ich orte bei FPÖ und ÖVP etwas Orientierungslosigkeit und lasse mich von den Planungskosten überraschen.“ Vizebürgermeisterin Gabriele Lechner will jetzt Förderungen des Landes ausloten.

Von Josef Feitl gab es zuletzt eine neue Idee: „Wir wollen betreutes Wohnen und ein Geschäft dort errichten. Das macht für uns Sinn, da gibt es Bedarf. Die Gemeinde ist nicht so liquide und wir haben in Jennersdorf immer noch Klassen frei. Wenn dort nichts frei wäre, würde ich die Forderungen verstehen. Aber für eine Handvoll Leute so einen Wahlkampf zu führen, das ist für mich Schwachsinn.“